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«Wenn die Pflege zur Überforderung führt»

Sozialtipp
Sabina Gantenbein

Die Situation spitzte sich schleichend zu. Bereits seit einigen Jahren kümmert sich Frau M. um ihre betagte Mutter. Sie schaut regelmässig bei ihr vorbei, kauft für sie ein, kümmert sich um alles Administrative und macht die Wäsche. Frau M. ist ein pflichtbewusster Mensch, und da ihre Geschwister nicht mehr in der Region wohnen, hat sie dies gerne übernommen.

Doch in letzter Zeit hat sie mit ihrer Mutter immer wieder Streit. Auch ist Frau M. aufgefallen, dass ihre Mutter immer öfters Dinge vergisst. Auch die Medikamente nimmt sie nicht mehr regelmässig ein. Wenn sie dies anspricht, wird ihre Mutter wütend. Vor Kurzem hat sie ihre Mutter im Dorf angetroffen ohne Jacke, obwohl ein eisiger Wind blies. Die Mutter hat zunehmend Mühe sich selbst ordentlich anzuziehen. Frau M. sagte immer öfters eigene Termine ab, um bei der Mutter zu sein.

In den letzten Wochen hat sie oft schlecht geschlafen und ist zunehmend erschöpft. Ihr Bruder ist der Meinung, die Mutter solle ins Altersheim. Aber Frau M. kann dies ihrer Mutter nicht antun. Von einer Freundin hat sie von der Info- und Beratungsstelle des Schweizerischen Roten Kreuzes gehört. Als sie sich dort meldete, ist sie froh, eine erste Anlaufstelle für ihre vielen Fragen gefunden zu haben. Pflegende Angehörige kommen oft in Situationen, in denen Sie nicht mehr weiter wissen.

Was passiert mit meiner Mutter? Sind dies erste Anzeichen einer Demenz? Muss die Mutter jetzt ins Heim? Falls ich sie weiter pflege, bekomme ich dafür eine Entschädigung? Wie sage ich dies meinen Geschwistern? Wer bezahlt die Kosten, wenn die Mutter doch ins Heim muss? Was sind die Gefahren, wenn ich die Mutter weiter selbst pflege? Dies sind typische Fragen, mit welchen sich Angehörige an die Info- und Beratungsstelle des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) Kanton St. Gallen wenden können. Diese steht allen Menschen offen, welche im Alltag überfordert sind und nicht mehr weiter wissen. Hier erhalten Betroffene diskret und kostenlos Beratung zu Themen wie Entlastung, finanzielle Unterstützung, Betreuung von Angehörigen sowie Integration. Das SRK vermittelt zudem an die passenden Fachstellen im Kanton St. Gallen.

Es ist wichtig, sich entsprechende Hilfe zuzugestehen. Angebote zur Entlastung gibt es einige. Den ersten Schritt zu tun, ist oft eine grosse Herausforderung. Die Erleichterung von Frau M. ist sofort spürbar, nachdem sie sich länger mit der Beraterin des SRK unterhalten hat. Sie weiss jetzt, wohin Sie sich wenden kann, falls sie weitere Unterstützung braucht.

Mit der Beraterin hat sie verschiedene Massnahmen definiert und nächste Woche ist ein Treffen mit ihren Geschwistern geplant, welche in die weiteren Entscheidungen eingebunden werden. Seit Langem hat sie wieder gut geschlafen und freut sich auf den neuen Tag.

Weitere Informationen SRK Kanton St. Gallen, Info- und Beratungsstelle, Tel. 071 227 99 66 oder www.srk-sg.ch .

Sabina Gantenbein

Regionalleiterin SRK Kanton St. Gallen

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