Weltweiter Rekordangriff im Netz

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Schadsoftware Die grösste Cyberattacke der Welt ist vorerst beendet. Experten warnen vor möglichen weiteren Angriffen. Denn veraltete Software ist ein Risiko.

Was sich in den vergangenen Tagen weltweit im Netz abgespielt hat, hatte es in diesem Ausmass zuvor noch nie gegeben. 150 Länder und mehr als 200000 Ziele wurden Opfer der Schadsoftware namens «WannaCry». Sie verschlüsselt Daten und droht mit deren Löschung, falls die Opfer nicht 300 US-Dollar in der Internetwährung Bitcoin überweisen. Die weltweite Cyberattacke löste eine Welle von Computerstörungen aus.

Banken leiteten Gegenmassnahmen ein

Allein in China waren laut staatlichen Medien etwa 30000 Organisationen und Unternehmen betroffen. In Deutschland fielen Ticketautomaten an Bahnhöfen aus, in Frankreich musste der Autohersteller Renault seine Produktion herunterfahren. In Grossbritannien litten am Freitagabend viele Spitäler unter der Netzattacke.

Die Schweiz war vom Angriff kaum betroffen. Die Melde- und Analysestelle Informationssicherung sprach gestern von 200 Fällen infizierter Computer. Mehrere Grossbanken und Konzerne leiteten frühzeitig Gegenmassnahmen ein und waren deshalb nicht betroffen. Für Peter E. Fischer, Präsident der Swiss Internet Security Alliance, ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Cyberangriffe allerdings gross, da immer neue Lücken in alter Software entdeckt würden. Neben XP werde mit Vista bald ein weiteres Windows-Betriebssystem nicht mehr unterstützt. (fg)29