«Weltmeisterliche» Bio-Nachbarn

MAUREN. In Liechtenstein produzieren alle 38 Biobetriebe nach den Schweizer Knospe-Richtlinien. Sie erreichen einen Anteil von 35 Prozent an den gesamten Landwirtschaftsbetrieben. Mit dieser Prozentzahl liegt Liechtenstein weltweit an der Spitze.

Hanspeter Thurnherr
Drucken
Teilen

MAUREN. In Liechtenstein produzieren alle 38 Biobetriebe nach den Schweizer Knospe-Richtlinien. Sie erreichen einen Anteil von 35 Prozent an den gesamten Landwirtschaftsbetrieben. Mit dieser Prozentzahl liegt Liechtenstein weltweit an der Spitze. Die 38 Biobetriebe bewirtschaften rund 30 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche des Fürstentums, wie Bioberater Florian Bernardi von der Klaus Büchel Anstalt auf Anfrage des W&O schreibt. Auch die Bio-Tierhaltung erreicht einen Anteil von 30 Prozent des Tierbestandes.

Stagnation überwunden

Von 1990 bis 2005 stieg die Zahl der Biobetriebe rasant, auch weil die LGT-Innovationsstiftung mit dem Projekt «Öko-Bauer» den Biolandbau finanziell förderte. Anschliessend stagnierte die Entwicklung. Dies ist gemäss Bernardi «auf die damals noch zu wenig attraktiven agrarpolitischen Rahmenbedingungen zurückzuführen.». Seit 2010 erhöhte sich die Anzahl der Biobetriebe wieder, auch weil günstige agrarpolitische Rahmenbedingungen geschaffen wurden. Was den Umsatz und Marktanteil betrifft, liegen keine Detaildaten vor. Bernardi schätzt den Rohproduktionswert auf rund 6 Mio. Franken.

Grossverteiler als Abnehmer

Die Liechtensteiner Bioprodukte werden von Grossverteilern wie Coop, Migros, Denner, Aldi oder Lidl angeboten. Einen Grossteil der Biomilch, das wichtigste Produkt der Liechtensteiner Biolandwirtschaft, verarbeitet der Milchhof in Schaan zu Milchprodukten.

Der regionale Absatz von Bioprodukten befindet sich noch im Aufbau. «Es gibt einige Biobetriebe mit Direktvermarktung im Land, welche in Hofläden oder auf Wochenmärkten ihre Produkte verkaufen», erläutert Florian Bernardi.