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Welcome, Mr. President

Kommentar
Fabian Fellmann

Die Nachricht hat in der Schweiz eingeschlagen wie eine der Twitter-Bomben von Donald Trump: Der US-Präsident will Ende Januar in die Schweiz reisen, um am WEF in Davos teilzunehmen. Umgehend haben Weltverbesserer verbale Barrikaden errichtet. «Sie sind nicht willkommen», schrieben die Schweizer Jung­sozialisten dem «sexistischen und rassistischen Trottel». Der Schwarze Block ruft auf zu Demonstrationen gegen das WEF und Trump, online werden Unterschriften gesammelt für eine Petition gegen Trumps Besuch.

Solche Verunglimpfungen des US-Präsidenten sind jedoch nichts anderes als billiger Populismus – seine Kritiker üben sich damit ironischerweise in jener Disziplin, in der Trump ein Meister ist. Natürlich ist der amerikanische Präsident ein unbequemer Gast, der an der bestehenden Weltordnung rüttelt, wo es ihm gerade gefällt. Sein Geschwätz von «America first» etwa steht genau für das Gegenteil der offenen Grenzen und globalen Denkweise, für die das Treffen in Davos steht.

Aber Gesprächsverweigerung würde sicherlich nicht zur besseren Lösung der Probleme dieser Zeit beitragen. Im Gegenteil: Politiker und Wirtschaftschefs sollten Trump ganz genau zuhören. Und versuchen, ihm ihre Sichtweise näherzubringen. Denn Trump ist das ­demokratisch gewählte Regierungs- und Staatsoberhaupt einer wirtschaftlichen und militärischen Supermacht. Es wäre ein grober Fehler, den Mann zu verteufeln und zu unterschätzen. Sein Wort hat Kraft seines Amtes Gewicht, auch für jene, denen das nicht passt. Kein Wunder, hat Bundespräsident Alain Berset, ein SP-Politiker, sofort öffentlich sein Interesse an einem Treffen bekundet. Für die Schweiz ist es eine Chance, wenn sich ein US-Präsident hierzulande blicken lässt. Darum: Welcome, Mr. President!

Fabian Fellmann

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