WEITE: Aus «Feinden» werden Freunde

Bethli Müller beschäftigt sich schon seit mehr als drei Jahrzehnten mit Effektiven Mikroorganismen. Die Bakterien haben nicht nur ihre Denkweise im Garten verändert, mittlerweile sieht sie darin viel mehr Potenzial.

Armando Bianco
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Millionen von Bakterien bereichern nicht nur im Garten das Leben von Bethli Müller aus Weite. (Bild: Armando Bianco)

Millionen von Bakterien bereichern nicht nur im Garten das Leben von Bethli Müller aus Weite. (Bild: Armando Bianco)

Armando Bianco

armando.bianco@wundo.ch

«Was du gibst dem Boden, dem Wasser und dem Tier, das findet eines Tages zurück, zurück zu dir», steht auf einem Merkblatt geschrieben, das Bethli Müller Interessierten gerne in die Hand drückt. Wenn die Frau aus Weite von Effektiven Mikroorganismen, kurz EM, spricht, dann tut sie das mit grosser Überzeugung. Die passionierte Hobbygärtnerin beschäftigt sich schon seit mehr als 30 Jahren mit den Bakterien. In ihrem Lädeli berät sie regelmässig interessierte Kundschaft. Dort hortet sie auch eine Vielzahl an Büchern, Magazinen, Infobro-schüren und wissenschaftlichen Publikationen, die allesamt die Vorteile von EM im Alltag propagieren.

Angefangen hat alles mit ihrer Abneigung gegen Kunstdünger und Gift. Zuerst freute sie sich einfach, dass sie viel weniger Unkraut hatte und fortan nur noch einen Bruchteil der Zeit mit Jäten und Bodenlockern auf ihrer fünf Aren grossen Schrebergarten-Fläche verbrachte. Den Spaten stellte sie irgendwann hinter den Schopf, wo er vor sich hinrostete. «Wir können nicht gesünder sein als der Boden, auf dem unsere Nahrung wächst», so lautet ihr Credo in Garten und Leben.

In all den Jahren hat sie viele persönliche Kontakte aufgebaut, EM-Betriebe im In- und Ausland besichtigt, Seminare und Kurse besucht. Mittlerweile dreht sich für Bethli Müller auch ausserhalb des Gartens vieles um das Thema der Effektiven Mikroorganismen, sei es im Haushalt, bei Tieren, Gesundheit, Medizin oder Hygiene. «Bakterien sind für mich unersetzliche winzige Helfer, medizinische Heilsbringer. In einer Handvoll guter Erde leben mehr Lebewesen als es auf diesem Planeten gibt, im und auf dem Körper eines Menschen befinden sich rund zwei Kilo Bakterien», sagt Bethli Müller. Grund genug für die rüstige Wartauerin, sich eingehend damit zu beschäf­tigen.

Darmbakterien als Weg zu Lebensgesundheit

«Jahrzehntelang, und leider auch heute noch, wird uns weisgemacht, dass Bakterien Krankheitsmacher und -überbringer sind und sie deshalb eliminiert, sprich getötet werden müssen. Dass dies nicht stimmen kann, zeigen uns die weltweit wieder auftretenden Seuchen bei Mensch und Tier, die man glaubte, besiegt zu haben.» Besorgt ist Bethli Müller über die im Naturkreislauf beobachteten Resistenzen schon seit längerem.

Viel Potenzial sieht die Wartauerin in der Pflege der Darmflora. In ihrem Regal stehen Bücher mit Titeln wie «Natürlich heilen mit Bakterien – Bakterien als Medizin der Zukunft», «Darmbakterien als Schlüssel zur Gesundheit» oder solchen, welche durch eine Änderung der Lebensgewohnheit ein langes, gesundes Leben versprechen. «Bakterien wissen, wo etwas geändert und ausgebessert werden muss. Wir dürfen ihnen blindlings vertrauen, Bakterien kennen sich im Heilen besser aus als mancher Arzt», so Bethli Müller im Gespräch mit dem W&O weiter. Geschädigte Darmflora sehen EM-Anhänger als Grund für Hautkrankheiten, Bluthochdruck, Demenz, Parkinson und andere Krankheiten.