WATTWIL: «Bleiben Sie kritisch und stehen Sie dazu»

Der langersehnte Tag ist da, und das Lernen an der Kantonsschule hat ein Ende. An der Abschlussfeier durften die Gymnasiasten und die Schüler der Fachmittelschule ihre Zeugnisse entgegennehmen.

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Die besten von jeder Klasse: Klara Brunner, Julia Jacober, Tatjana Kühne, Joy De Filipis, Julia Brunner, Jana Tinner, Andrea Kaiser, Anina Baumgartner, Natalie Müller, Marino Kühne (von links). (Bild: Delia Hug)

Die besten von jeder Klasse: Klara Brunner, Julia Jacober, Tatjana Kühne, Joy De Filipis, Julia Brunner, Jana Tinner, Andrea Kaiser, Anina Baumgartner, Natalie Müller, Marino Kühne (von links). (Bild: Delia Hug)

Wenn sich Eltern und Schüler bei über 30 Grad in Schale schmeissen, muss ein besonderer Anlass vonstatten gehen. Für über 160 Maturandinnen und Maturanden der Kantonsschule Wattwil war das überreichte Abschlusszeugnis am 5. Juli der Startschuss für die Karriere, das Erwachsenwerden und Weltentdecken. Auf der Empore der evangelischen Kirche Wattwil konnten die stolzen Eltern und Grosseltern den Blick auf ihre erwachsenen Sprösslinge geniessen. Unter den Absolventinnen und Absolventen waren auch solche aus dem obersten Toggenburg.

Vor acht Jahren Maturand, heute Kantonsratspräsident

Rektor Martin Gauer eröffnete die Abschlussfeier nach den ersten gespielten Tönen mit seiner Rede – kurz und bündig. Er scherzte über Konjunktiv und ­barometrische Formeln, die den Schülern offenbar in wenig guter Erinnerung bleiben. «Selbstverständlich haben sie alle Tipps der Lehrer beherzigt», meinte Gauer mit einer Prise Ironie. Der Rektor legte den Schülern nahe: «Bleiben und denken Sie kritisch und stehen Sie dazu.» Ebenfalls sei es wichtig, stets wissbegierig und lernfähig zu sein. Es sollte schnell gehen, die Maturanden hatten nicht viel Geduld, wollten endlich ihre Zeugnisse und raus in die Welt. Dementsprechend knapp hielt sich Ivan Louis bei der Festrede. Für ihn war es ein Heimspiel, vor genau acht Jahren stand er am gleichen Ort und hielt sein Zeugnis in der Hand. Er konnte sich sehr gut mit den Schülern identifizieren. Seine Rede war gespickt mit Anekdoten. Einige Maturanden betraten die Kirche bereits in Uniform, für all diejenigen, welche das Militär noch vor sich haben, meinte er ein wenig schadenfroh: «Wie würs mi, nein, kleiner Scherz.» Er gab den Jugendlichen Erkenntnisse und Erfahrung aus seinem Leben auf den Weg mit. Sie sollen nicht allzu viel Wert auf die Meinung anderer legen und in jungen Jahren Wurzeln schlagen, so bleibe man auf der richtigen Bahn.

Zum Abschluss gab es vom Kantonsratspräsidenten für alle noch ein «schololo» und der ganze Saal sang die Hymne mit. Es war ein Moment wie im Stadion. (dh)

Absolventinnen und Absolventen aus dem Obertoggenburg

Fachmittelschule: Andrea Kaiser, Unterwasser, Note 5,32 (Pädagogik); Flavia Sailer, Unterwasser (Gesundheit).

Matura: Céline Forrer, Wildhaus (Musik); Deborah Näf, Wildhaus (Musik); Lukas Huber, Unterwasser (Wirtschaft und Recht).