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Was im Leben wirklich wichtig ist

Zum Sonntag
Pfarrer Patrick Siegfrid, Buchs

Dieser kernige Satz macht stutzig: «Ich bereite mich auf den Tod vor.» Dieser Satz stammt vom deutschen Verleger Herbert Burda. Jahrgang 1940 und nach eigenen Angaben kerngesund. Zu seinem Imperium gehört auch das Magazin «Focus» mit seinem häuft zitierten Motto: «Fakten, Fakten, Fakten». Passt das zu einem solchen Satz? Jawohl. Denn ans Sterben zu denken ist keine Flucht aus der Realität. Der Tod ist Realität für jeden. «Mensch, bedenke, dass du sterben musst, auf dass du klug wirst», steht schon seit Jahrtausenden in den Psalmen der Bibel (Psalm 90, 12).

Mir ist vor kurzem dazu ein Buch von Bronnie Ware begegnet. Die australische Schriftstellerin und Songwriterin schildert darin ihre Erfahrung mit Todkranken auf einer Palliativstation. Immer wieder begegnet sie den quälenden Gedanken, was Menschen rückblickend gerne anders gemacht hätten. Diese Begegnungen hat sie in einem Buch verarbeitet. Der Titel des Buches: «Fünf Dinge, die Ster- bende am meisten bereuen». Bereuen, wenn es zu spät ist – das kann uns zu denken geben.

Am häufigsten beklagen die Patienten die unerfüllten Träume, den fehlenden Mut, ihr eigenes Leben zu leben und sich nicht andauernd von Erwartungen anderer leiten zu lassen. Das meint nicht etwa ein Egoismus oder Narzismus, bei dem man sich nur um sich selbst dreht. Es gehört zur Freiheit des Menschen, den ganz eigenen Weg zu finden und zu gehen. Zu viel arbeiten, die Jugend der Kinder oder die freie Zeit mit dem Partner verpassen – viele merken erst zu spät, dass die Tretmühle des Alltags eine wertvolle Lebenszeit für die Familie gestohlen hat. Gefühle wurden unterdrückt und langjährige Freundschaften wurden nicht gepflegt. Diese Mankos würden viele auf dem Sterbebett gerne wieder gut machen.

Das Rad der Zeit kann nicht zurückgeschraubt werden. Aber das Verpasste kann betrauert werden. Es geht dabei um das Annehmen und das Aussöhnen mit der eigenen Geschichte. Und es kann heute das Gegenwärtige und Zukünftige bedacht werden. Was ist mir wirklich wichtig, wenn ich in das neue Jahr blicke? Das heisst ehrlich sein mit sich selbst und konkret Dinge ändern, wenn man noch etwas ändern kann.

Möge uns dabei der Segen Gottes begleiten und die Kraft geben, die wir brauchen. Mit dem Segen Gottes erfahren wir, dass wir voller Güte angeschaut werden in dem, was war, was ist und was sein wird.

Pfarrer Patrick Siegfrid, Buchs

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