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WARTAU/SARGANS: Dem drohenden Abriss entgangen

Die Schlichergrabenbrücke beim Schollberg ist kein imposantes Bauwerk und trotzdem eines von historisch nationaler Bedeutung. Nach der Restaurierung wurde das Werk am Montag eingeweiht.
Martin Nauer
Stolz auf das Werk: Jörg Tanner, Beat Tinner, Heinz Lutz, Toni John, Harry Rupp, Franco Schlegel, Cornel Doswald, Urs Stähli, Stefan Bischof und Orlando Loretz. (Bilder: Martin Nauer)

Stolz auf das Werk: Jörg Tanner, Beat Tinner, Heinz Lutz, Toni John, Harry Rupp, Franco Schlegel, Cornel Doswald, Urs Stähli, Stefan Bischof und Orlando Loretz. (Bilder: Martin Nauer)

Martin Nauer

redaktion@wundo.ch

Bei der Planung der Altlasten-Sanierung auf dem Schiessplatz Schollberg hatte die Eigentümerin der Anlage, die armasuisse Immobilien, bei den Gemeinden Sargans und Wartau eine entsprechende Baubewilligung einzuholen. Bei der Überprüfung des Baugesuchs stellten die Behörden fest, dass geplant war, die Schlichergrabenbrücke abzureissen.

Teil einer der ersten Staatstrassen im Kanton

Die Gemeinden zogen bei der Beurteilung der Unterlagen Cornel Doswald, den Fachmann für historische Verkehrswege, hinzu, führten Begehungen durch und entschieden dann, dass die Brücke erhalten werden müsse. Die Bauherrin, die armasuisse Immobilien, hatte an diesem Entscheid logischerweise wenig Freude. Statt eines wenig Kosten verursachenden Abbruchs stand eine wesentlich aufwendigere Restaurierung an. Weil es am Entscheid der Behörden nichts zu rütteln gab, setzten sich alle Beteiligten zusammen und berieten, wie vorzugehen sei.

In der Folge erhielt das Wangser Ingenieurbüro Schlegel den Planungsauftrag und übernahm die Bauführung. Die Baufirma John und Sommer AG führte die Arbeiten aus. Als eine der ersten Staatsstrassen erbaute der 1803 geschaffene Kanton St. Gallen in den 1820er Jahren die Rheintalstrasse als Hauptverbindung zwischen dem nördlichen und dem südlichen Kantonsteil. Diese als «Kunststrasse» gebaute Verbindung – neue Schollbergstrasse genannt – führte steigungsfrei am Fusse der Felswand vorbei. Mit dem Bau des Strassendamms zwischen Vild und Hohwand wurde auch der Lauf der Saar, die einst dem Hangfuss entlang floss, auf die Südostseite der Strasse verlegt. Das Wasser der Bäche, das vom Gonzen herunterkam, wurde durch den neu erstellten Schlichergraben unter der Hohwand der Saar zugeführt. Die Schlichergrabenbrücke diente der Überbrückung dieses Wasserlaufs. Ursprünglich als kleine Rundbogenbrücke gebaut, wurde sie schon vor 1850 durch eine Brücke mit grösserem Durchlassprofil ersetzt. 1893 erhielt die Brücke einen Fahrbahnaufbau mit Stahlträgern und Zoreseisen. Diese sehr selten gewordene Bauweise ist durch die Restaurierung erhalten geblieben.

Das Projekt wurde im Jahr 2009 gestartet

Mit einer schlichten Feier ist die restaurierte Schlichergrabenbrücke eingeweiht worden. Gleichzeitig ist damit auch das Projekt Wiederherstellung «Alte Schollbergstrasse», das 2009 in Angriff genommen worden ist, abgeschlossen worden.

An dieser Einweihung teilgenommen haben die Vertreter der Bauherrschaft, der Behörden, der Baufirma, Experten und Planer. Orlando Loretz, Urs Stähli (armasuisse) und Ingenieur Franco Schlegel rekapitulierten die Baugeschichte. Anekdoten wurden erzählt und regten zum Schmunzeln an. Mit den Gemeindevätern Jörg Tanner (Sargans) und Beat Tinner (Wartau) freuten sich am Ende alle Beteiligten bei einem feinen Tropfen Wein, eine gute Sache, wie es das «Alte Schollbergstrasse»-Projekt gewesen ist, erfolgreich abgeschlossen zu haben.

Die Finanzierung der Restaurierung der Brücke ist von der Bauherrin übernommen worden. Dank geringerem Aufwandes bei der Sanierung des Schiessplatzes haben die Kosten in der Höhe von 105 000 Franken in der Abrechnung «noch Platz gehabt».

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