WARTAU: Wartauer Abwasser soll nach Sargans fliessen

Am 10. Juni wird die Bürgerschaft der Gemeinde über einen Anschluss an den Abwasserverband Saar abstimmen. Synergien nutzen und Kosten sparen sind die Gründe dafür, hiess es an der Bürgerversammlung. Das Budget mit dem Beitrag an die Pizolbahnen wurde sehr deutlich genehmigt.

Drucken
Teilen
Der Wartauer Gemeindepräsident Beat Tinner (rechts) und Bernhard Lenherr, Präsident des Abwasserverbandes Saar, informierten über den geplanten Anschluss der Gemeinde Wartau an die Abwasserreinigungsanlage in Sargans. (Bild: Thomas Schwizer)

Der Wartauer Gemeindepräsident Beat Tinner (rechts) und Bernhard Lenherr, Präsident des Abwasserverbandes Saar, informierten über den geplanten Anschluss der Gemeinde Wartau an die Abwasserreinigungsanlage in Sargans. (Bild: Thomas Schwizer)

Thomas Schwizer

In der allgemeinen Umfrage kündigte der Wartauer Gemeindepräsident Beat Tinner an, dass die Stimmberechtigten am 10. Juni an der Urne den Entscheid über die Anschlussfrage fällen können. Die beiden Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in Sargans (Abwasserverband Saar) und Wartau (Gemeinde Wartau) müssten in nächster Zeit umfassend saniert und erweitert werden. Die Ansprüche an solche Anlagen, insbesondere betreffend Mikroverunreinigungen, würden steigen. Dafür seien bedeutende Investitionen nötig.

Investitionen für Anschluss geringer als eigene Lösung

Seit 2004 ist schrittweise die Kooperation der beiden ARAs vertieft worden. Zuerst durch eine gemeinsame Betriebsleitung, dann eine Zusammenlegung des Labors, die gemeinsame Klärschlammbehandlung und eine regionale Lösung bei der Klärschlammtrocknung. 2014 wurde mit dem Abwasserverband Saar eine Betriebs- und Unterhaltsvereinbarung für die ARA Wartau getroffen, 2015 wurde das Personal der ARA Wartau in den Abwasserverband Saar integriert.

2017 wurde vom Abwasserverband Saar ein Vorprojekt für die Erweiterung und Sanierung der ARA in Sargans durchgeführt, von Wartau ein Vorprojekt für den Anschluss an die ARA in Sargans sowie für die Sanierung der ARA Wartau. Dabei zeigte sich, dass aus verschiedenen Gründen der Zusammenschluss die geeignete Lösung war, zeigte Gemeindepräsident Beat Tinner auf. So würden Klärschlammtransporte wegfallen. Aus Platzgründen können zudem die ARA Wartau nicht beliebig erweitert werden. «Die ARA Sargans kann wirtschaftlicher, sicherer , ökologischer und professioneller betrieben werden», lautete sein Fazit.

Die Investitionen von Wartau für die Pumpwerke und Druckleitungen zur ARA Sargans würden bei einem Anschluss gemäss Schätzung knapp 7,9 Millionen Franken betragen, 600000 Franken weniger als in eine Sanierung der eigenen ARA. Die In-vestition gälte gleichzeitig als Einkaufssumme der Gemeinde Wartau in den Zweckverband Abwasserverband Saar. Zudem würden die jährlichen Betriebskosten für Wartau bei einem Zusammenschluss rund 400000 Franken geringer ausfallen als bei einem weiteren Alleingang, weil sich die Kosten der ARA Sargans auf vier Gemeinden verteilen und der Energieverbrauch tiefer sei.

Auch Anschluss an ARA Buchs wurde geprüft

Ein Anschluss an die ARA in Buchs wurde verworfen. Das Schmutzwasser müsste auch nach Buchs gepumpt werden, man müsste die Gemeinde Sevelen für die Nutzung von deren Leitungsnetz entschädigen. Zudem sei die ARA Buchs bereits im Ausbau und es seien keine Kapazitäten für Wartau vorhanden, sagte Beat Tinner. Die Diskussion wurde nicht genutzt.

Die Sanierung der ARA Sargans werde nicht über Steuergelder, sondern über die Abwassergebühren finanziert, sagte als Gast Bernhard Lenherr, Präsident des Abwasserverbandes Saar.

Wenn die Wartauer Bürgerschaft am 10. Juni Ja sagt zum Anschluss an den Abwasserverband Saar, dann ist der physische Anschluss circa im Jahr 2023 geplant.

Wartauer Ja zum Pizol-Beitrag

Wartau Die Bürgerversammlung der Gemeinde Wartau hat gestern Dienstagabend fast einstimmig das Budget 2018 gutgeheissen. Damit hat es auch Ja gesagt zum Gemeindebeitrag von 28600 Franken, neben einem Erlass des früher gewährten Darlehens von 140000 Franken, das nahezu vollständig abgeschrieben ist. So werden die Wartauer auch künftig zum Einheimischentarif am Pizol skifahren können. Ein Antrag, die 28600 Franken aus dem Budget zu streichen, war zuvor mit nur wenigen Gegenstimmen abgelehnt worden. Damit haben nun vier der sechs Gemeinden am Pizol ihre Beiträge gutgeheissen, bei zwei fällt der Entscheid Ende dieser Woche. (ts)