WARTAU: Vom Baum bis zum Holzpfahl

Die Ortsgemeinde ist stolz auf ihren Holzkreislauf: Das Holz aus dem Wartauer Wald, den sie nachhaltig pflegt und bewirtschaftet, soll wenn möglich in irgendeiner Form auch in der Region weiterverwendet werden.

Heini Schwendener
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In der ortsgemeindeeigenen Sägerei Lonna in Weite werden die Baumstämme zu Balken, Brettern, Pfählen und Latten gesägt und verarbeitet (Bild: Heini Schwendener)

In der ortsgemeindeeigenen Sägerei Lonna in Weite werden die Baumstämme zu Balken, Brettern, Pfählen und Latten gesägt und verarbeitet (Bild: Heini Schwendener)

Von den 1220 Hektaren Land im Eigentum der Ortsgemeinde Wartau sind 680 Hektaren mit Wald bestockt. Weil der grösste Teil davon Schutzwald ist, steht die Pflege bei der Waldbewirtschaftung im Vordergrund. Gleichwohl werden ökonomische Aspekte dabei nicht ganz ausser Acht gelassen.
Die Forstgruppe der Ortsgemeinde kümmert sich um diese Aufgabe. Sie besteht aus fünf bestens qualifizierten Fachkräften sowie zwei Lernenden «Forstwart EFZ». Diese Forstgruppe halte den Holzkreislauf aufrecht, und der sei ein strategischer Eckpfeiler der Ortsgemeinde, beteuert der Verwaltungsrat. Konkret bedeutet dies: Holz, das von der Ortsgemeinde Wartau geschlagen wird, soll wenn irgendwie möglich auch vor Ort in der Gemeinde weiterverarbeitet und eingesetzt werden.

Bretter, Balken, Latten, Pfähle, Bänke und Tische
Möglich ist dies auch dank der ortsgemeindeeigenen Sägerei Lonna. Diese macht einerseits Lohnschnitte für private Waldbesitzer, vor allem aber werden in der Sägerei in Weite etwa 500 m3 des jährlichen Hiebsatzes der Ortsgemeinde verarbeitet. Fichten-/Tannen-, Lärchen- und Eichenholz wird gesägt und zu Brettern, Balken, Latten und Pfählen verarbeitet.
Es sind Holzprodukte, die vor allem im Aussenbereich zum Einsatz kommen. Das Holz aus dem heimischen Wald wird aber auch zu Tischen, Bänken und Stühlen veredelt. Ernst Vetsch, Revierförster und Betriebsleiter, erklärt: «Von unserem jährlichen Hiebsatz von 4000 m3 wird etwa die Hälfte als Energieholz zumeist vor Ort verkauft, etwa 1000 m3 ist Hackholz für Schnitzelheizungen, 500 m3 geht in die Industrie, beispielsweise zur Papierproduktion, und 500 m3 werden in unserer Sägerei verarbeitet.» Kunden der Sägerei Lonna sind nicht Schreiner- und nur gelegentlich Zimmereibetriebe, weil ihr Holz nur luftgetrocknet ist. Die Sägerei hat keine Trocknungsöfen.
Der Holzkreislauf ist nicht nur ein strategischer Eckpfeiler der Ortsgemeinde, er ist auch ihr Stolz – ein gutes Beispiel nachhaltiger Pflege und Nutzung des Waldes. Um die aus der Weiterverarbeitung entstandenen Produkte aus dem heimischen Wald weiter zu fördern, hat die Ortsgemeinde den Schauraum in der Sägerei neu gestaltet. Die Sägerei möchte sich auch als Abholmarkt für die regionalen Abnehmer positionieren, seien dies Bauern, Gewerbebetriebe oder private Heimwerker, die an Haus und Garten selber Hand anlegen. Die Sägerei kann auf individuelle Kundenwünsche eingehen.

Forstgruppe ist auch Dienstleisterin für Dritte
Für den Verwaltungsrat ist es wichtig, dass die Dienstleistungsgedanke der Sägerei im Vordergrund steht. Ziel sei es, dass das Holz aus dem eigenen Wald wo immer möglich in der eigenen Gemeinde verwendet werde. Die Ortsgemeinde hat dies teilweise auch selber in der Hand. Ihre Forstgruppe pflegt und bewirtschaftet nämlich nicht nur den eigenen Wald, sie ist auch Dienstleisterin für Dritte, so beispielsweise bei Bachverbauungen, wo dann wiederum eigenes Holz Verwendung findet.
Die Ertragslage in der Waldwirtschaft ist schwierig, die Konkurrenz durch ausländisches Holz gross. Und trotzdem: Der Schutzwald muss gepflegt und bewirtschaftet werden. Dies gehört zu den Kernaufgaben der grössten Waldbesitzerin in der Gemeinde Wartau. Diese Aufgabe verrichten alle mit grossem Engagement.
Hinweis

Tag der offenen Tür in der Sägerei Lonna in Weite am Samstag, 8. April, von 10.30 bis 15 Uhr.