Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WARTAU: Mehr als ein Morgenritual

Das Bundesamt für Umwelt hat das Pilotprojekt «Förderung physische Gesundheit von Forstwartlernenden» durchgeführt. Im Forstbetrieb Wartau gehört das gemeinsame Einturnen seit einem Jahr zum Tagesstart.
Brigitt Hunziker Kempf
7.10 Uhr: morgendliches Einturnen im Werkhof. (Bilder: Brigitt Hunziker Kempf)

7.10 Uhr: morgendliches Einturnen im Werkhof. (Bilder: Brigitt Hunziker Kempf)

Brigitt Hunziker Kempf

redaktion@wundo.ch

Florian Giger kreist seine Fussgelenke, dehnt seine Oberschenkel, seine Halsmuskulatur, macht gezielte Kraftübungen am Boden und erprobt sich im Einbeinstand als Flieger (siehe Titelseite). Der 17-Jährige ist Forstwartlernender im 2. Lehrjahr im Forstbetrieb der Ortsgemeinde Wartau. Die Übungen absolviert er zusammen mit seinen Forstteam-Kollegen im Werkhof. Es ist ein gut gelauntes, entspanntes Miteinander morgens um zehn Minuten nach sieben. Die Crew bereitet sich mit diesen Übungen auf den strengen Arbeitstag vor. Eingeturnt wird in Wartau bereits seit einem Jahr. «Anfänglich», so gibt Florian Giger schmunzelnd zu, «war das Ritual für mich noch etwas gewöhnungsbedürftig.» Aber nun gehören diese Aufwärmungsübungen für den jungen Forstmann zum Arbeitsstart. Er weiss genau, welche Übung ihm am besten tut: «Es ist die Katzenbuggel-Übung.»

Dass Florian Giger zusammen mit dem Forstteam im Werkhof einturnt, hat mit den Gesundheitsförderungsbemühungen des Bundesamtes für Umwelt zu tun. Eines der Hauptziele der Bildungsstrategie Wald Schweiz ist es, durch Förderung von Fitness und Körperbewusstsein und Förderung von körperschonenden Arbeitsweisen Berufskrankheiten und Unfälle zu vermeiden. Hierzu hat die Abteilung Wald des Bundesamtes für Umwelt in Zusammenarbeit mit der OdA Wald Schweiz ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. Aufbauend auf bereits bestehenden gesundheitsfördernden Programmen in der Forstbranche oder verwandten Branchen wurde das Programm entwickelt, getestet und angepasst.

«Wir haben den Nutzen der Übungen verstanden»

Begleitet wurde das Ganze von einer Arbeitsgruppe mit Ausbildungsexperten aus den Waldabteilungen verschiedener Kantone, von Wald Schweiz und von Codoc. Mit der Ausarbeitung und Umsetzung wurde eine Firma beauftragt. Das gesundheitsfördernde Paket mit verschiedensten Aktionen wurde für die drei Lernorte (überbetriebliche Kurse, Berufsschulen und Betriebe) geschnürt.

Die erste Phase des Pilotprogramms wurde in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden getestet. Dies zur Freude des Ausbildungsverantwortlichen des Kantons St. Gallen, Felice Crottogini: «Als für das Pilotvorhaben Kantone und Betriebe gesucht wurden, habe ich mich sofort gemeldet. Mir war klar, dass dies eine grosse Chance ist, unsere Forstleute für Gesundheitsförderung zu sensibilisieren.» Er suchte und fand fünf Betriebe, die sich als Testbetriebe zur Verfügung stellten.

Im Februar 2017 besuchte eine versierte Fachperson die Forst-Truppe. Den Mitarbeitern wurden mögliche Übungen demonstriert und die gesundheitsförderlichen Aspekte und Reaktionen im Körper genau erläutert. Dieser Besuch war für den Betriebsleiter im Wartau, Ernst Vetsch, entscheidend: «Es war für uns eine wichtige Initialzündung. Dank der klaren Ausführungen haben wir alle den Nutzen der Übungen und der regelmässigen Durchführung des Programms verstanden. Das war für uns entscheidend. Ich bin vom morgendlichen Einwärmen sehr überzeugt.» Nebst den Übungen am Morgen fliesst das körperliche Bewusstsein auch bei der Arbeit im Wald ein. «Spüre ich meinen Rücken, mache ich Dehnungsübungen und lehne mich zur Entspannung an einen Baum», erklärt Forstwart-Vorarbeiter Christoph Spring.

Für Felice Crottogini wäre es toll, wenn weitere Betriebe in den Kantonen St. Gallen und Appenzell Ausserrhoden die Aktivierungs- und Trainingsübungen in ihren Arbeitsalltag integrieren würden. Dazu Betriebsleiter Ernst Vetsch: «Die Übungen sollten wie das Znüni-Essen und das Tragen von Schnittschutzhosen einfach dazugehören.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.