WARTAU: Ein Beitrag zur Rettung

Der Gemeinderat der Politischen Gemeinde unterstützt die Restrukturierung der Pizolbahnen AG mit 168 600 Franken. Das letzte Wort hat allerdings die Bürgerschaft.

Hanspeter Thurnherr
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Die Pizolbahnen erhalten Unterstützung von Gemeinden und vom Kanton: im Bild der Bad Ragazer Zubringer. (Bild: PD)

Die Pizolbahnen erhalten Unterstützung von Gemeinden und vom Kanton: im Bild der Bad Ragazer Zubringer. (Bild: PD)

Hanspeter Thurnherr

hanspeter.thurnherr@wundo.ch

Die finanzielle Lage der Pizol­bahnen AG ist angespannt. Dies ist seit längerem bekannt. Deshalb will nun der Gemeinderat Wartau zusammen mit den fünf Sarganserländer Gemeinden Bad Ragaz, Vilters-Wangs, Pfäfers, Mels und Sargans die Pizolbahnen in den nächsten sechs Jahren mit insgesamt 3,24 Millionen Franken unterstützen. «Ein wesentlicher Faktor für die Zustimmung durch die Gemeinderäte war der Restrukturierungsbetrag des Kantons St. Gallen im Gesamtbetrag von 900 000 Franken», heisst es dazu in der gemeinsamen Medienmitteilung der sechs Gemeinden. Die Räte einigten sich auf einen Verteilschlüssel für den Restrukturierungsbetrag.

Der Anteil von Wartau beträgt 168 600 Franken. Wie Gemeindepräsident Beat Tinner auf Anfrage erklärte, würde die Gemeinde ihr heutiges Darlehen von 140 000 Franken abschreiben und den Pizolbahnen erlassen. Der Restbetrag von 28 600 Franken soll dann einmalig bezahlt werden. Der Gemeinderat wird dafür der Bürgerversammlung im Frühling 2018 ein se­parates Gutachten samt Antrag unterbreiten. Warum sich der Gemeinderat für den Restrukturierungsbetrag einsetzt, begründet Tinner so: «Wir anerkennen den Pizol als Naherholungsgebiet für unsere Gemeinde und leisten deshalb unseren Beitrag an die Restrukturierung der Pizolbahnen.» Dazu komme, dass die Wartauer bei den Pizolbahnen bezüglich Tarife als Einheimische gelten und die Gemeinde das besagte Darlehen offen hat.

«Sonst wird es am Pizol dunkel»

Was aber, wenn Wartau oder eine der anderen Gemeinden im Frühling ihren Anteil am Restrukturierungsbetrag ablehnt? «Die Bürgerschaft muss sich bewusst sein, dass es dann am Pizol dunkel› wird», verdeutlicht Beat Tinner. Der Bad Ragazer Gemeindepräsident Daniel Bühler bestätigt diese Einschätzung und verdeutlicht: «Dann kommt das Geschäft nicht zustande. Denn der Kanton hat seine Unterstützung an die Bedingung gestellt, dass die sechs Gemeinden ihren Anteil leisten.»

In den vergangenen Jahren haben die Gemeinden immer wieder finanzielle Unterstützung an die Pizolbahnen AG geleistet. Deshalb schreiben sie in ihrer Mitteilung: «Es war für die Gemeinden nie eine Option, dauerhafte Defizitgarantien zu gewähren. Sie sind jedoch bereit, das vorhandene öffentliche Interesse mit Beiträgen in den nächsten sechs Jahren abzugelten.» So werde es der Pizolbahnen AG ermöglicht, das strukturelle Defizit massgeblich zu reduzieren und die unternehmerische Verantwortung für die bestehenden und künftigen Herausforderungen wahrzunehmen. 9