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WARTAU: 1250 Unterschriften gegen die Schliessung

Einwohner und Behörden der Gemeinde wehren sich mit einer Petition gegen die angedrohte Schliessung der letzten im Wartau verbleibenden Poststelle. Ob diese Wirkung zeigt, wird sich nach Gesprächen im Frühjahr zeigen.
Corinne Hanselmann
Seit der Schliessung der Poststelle Azmoos im April 2017 stellt die Post AG eine «moderate Zunahme» der Kundengeschäfte in der Post Trübbach fest. (Bild: Thomas Schwizer)

Seit der Schliessung der Poststelle Azmoos im April 2017 stellt die Post AG eine «moderate Zunahme» der Kundengeschäfte in der Post Trübbach fest. (Bild: Thomas Schwizer)

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

Sennwald, Gams, Grabs, Buchs, Sevelen, Trübbach, Unterwasser und Wildhaus. Das sind die letzten «vollwertigen» Poststellen in der Region Werdenberg und Obertoggenburg. Der Fortbestand der Filialen in Gams, Wildhaus und Trübbach ist aber ungewiss – die Post AG hat eine Prüfung dieser Filialen angekündigt (der W&O berichtete). Mit der Schliessung der Filiale in Trübbach würde die Gemeinde Wartau die letzte Poststelle mit vollem Service verlieren – die nächsten wären dann in Sevelen und in Sargans. In Azmoos gibt es eine in den Volg integrierte Postagentur mit reduzierten Dienstleistungen. Eine solche würde wohl auch in Trübbach entstehen.

Jeder vierte Wartauer hat bereits unterschrieben

Doch die Gemeinde möchte ihre letzte richtige Post nicht verlieren und wehrt sich gegen die Schliessung. Seit August werden deshalb Unterschriften gesammelt, mit denen man der Post AG zeigen möchte, dass man hinter der Filiale in Trübbach steht. «Wir möchten so viele Unterschriften wie möglich sammeln. Die rund 1250 Unterschriften zeigen, dass sich ein ansehnlicher Teil der Wartauer Bevölkerung für den Erhalt der Poststelle in Trübbach einsetzt», sagt der Gemeindepräsident Beat Tinner dem W&O. Gesammelt haben die Unterschriften Privatpersonen, Vereine und Parteien.

Doch ob die Bemühungen der Wartauerinnen und Wartauer Einfluss haben auf den Entscheid der Post, ist fraglich. Gemäss «K-Tipp» wurde bei der Unterschriftensammlung einer anderer Gemeinde von der Post AG lediglich der Eingang der Bögen bestätigt. Geschlossen wurde die dortige Filiale trotzdem.

Doch Gemeindepräsident Tinner möchte sich noch nicht geschlagen geben: «Die zahlreichen Unterschriften sind ein wichtiges Signal an die Verantwortlichen der Post». Der Gemeinderat will, dass bei Gesprächen mit der Post auch die Umsatzentwicklung der Poststelle Trübbach seit der Schliessung der Post Azmoos im vergangenen April aufgezeigt wird, so Tinner.

Würde in Trübbach wie in Azmoos eine Postagentur eingerichtet, könnte man dort nur bestimmte Geschäfte erledigen. Tinner findet es wichtig, dass auf der Post weiterhin unbeschränkte Bargeld-Bezüge möglich sind. In einer Postagentur könnten lediglich 300 bis 500 Franken pro Tag bezogen werden. Ausserdem können auf der Post Trübbach Billette für den öffentlichen Verkehr gekauft werden, was der Gemeindepräsident ebenfalls als wichtigen Service sieht. Immer wieder erhält er Rückmeldungen aus der Bevölkerung zur Poststelle Trübbach. «Dabei wird insbesondere die Qualität der Arbeit der Poststellenmitarbeitenden gerühmt.»

Gespräche für zweites Quartal 2018 angekündigt

Markus Werner, der bei der Post AG für die Kommunikation Ost zuständig ist, sagt auf Anfrage des W&O, dass die Gespräche mit der Gemeinde Wartau zur eventuellen Schliessung der Post Trübbach noch nicht stattgefunden haben. «Unsere Gesprächsaufnahme wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2018 erfolgen», so Werner. Gemeinsam mit den Behörden möchte die Post dann die lokale Postversorgung analysieren. «Wir haben deshalb zum jetzigen Zeitpunkt auch noch keine Pläne, wie die künftige Postversorgung aussehen wird.»

Moderate Zunahme der Geschäfte in Trübbach

Seit die Poststelle in Azmoos im April 2017 durch eine Postagentur ersetzt wurde, habe man eine moderate Zunahme der Kundengeschäfte in Trübbach festgestellt, bestätigt Werner. «Die Kundenzahlen in Trübbach liegen allerdings weiterhin auf einem vergleichsweise tiefen Niveau, sodass wir überzeugt sind, dass die Überprüfung der Poststelle weiterhin gerechtfertigt ist.»

Markus Werner weiss, dass die Wartauer Unterschriften gegen die Schliessung der letzten Post in der Gemeinde sammeln. Er sagt dazu: «Wir respektieren den grossen Einsatz und sehen das Engagement als Anerkennung für die gute tägliche Arbeit unseres Personals vor Ort. Wir werden diese Petition sicherlich in unsere Überlegungen einfliessen lassen.» Als nächsten Schritt werde man nun den Dialog mit den Behörden der Gemeinde suchen. «Bevor wir diese Gespräche geführt haben, werden wir sicherlich keine Entscheidungen zum künftigen Postangebot in Trübbach treffen.»

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