Wann die heilpädagogische Früherziehung helfen kann

Sozialtipp

Petra Rappitsch
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Braucht mein Kind Förderung? Ihr Kind ist aussergewöhnlich still oder sehr unruhig und permanent in Begegnung – spielt es nicht oder beschäftigt es sich mit seinem Spielzeug in ungewöhnlicher Weise – spricht es nicht und scheint es kein Interesse zu haben, mit ihnen oder anderen zu kommunizieren – sieht es sie nicht an und scheint nicht zu verstehen, was sie ihm sagen – wirkt es anders als gleichaltrige Kinder – oder ist bei ihrem Kind eine Behinderung diagnostiziert worden?

Dann kann heilpädagogische Früherziehung sinnvoll und notwendig sein. Die ersten Lebensjahre sind für die Entwicklung aller Kinder besonders wichtig, weil die Lernfähigkeit und Lernbereitschaft sehr ausgeprägt ist. Durch vielfältige Anregungen und Erfahrungen, die ein Kind spielend aufnimmt und verarbeitet, werden entscheidende Weichen für seine spätere Entwicklung gestellt. Jedes Kind hat sein eigenes Entwicklungstempo und seine individuellen Stärken und Schwächen. Manchmal kann es sein, dass etwas nicht mehr im Rahmen der normalen Spannbreite der kindlichen Entwicklung liegt, dass es Verzögerungen und Auffälligkeiten gibt, die eine spezielle Unterstützung des Kindes und seiner Bezugspersonen erfordern.

Aus diesem Grund wurde vor fast 50 Jahren der Heilpädago­gische Dienst St. Gallen-Glarus gegründet. In der Heilpädagogischen Früherziehung (HFE) werden Kinder mit Behinderung, mit Entwicklungsverzögerung, Entwicklungseinschränkung oder Entwicklungsgefährdung ab Geburt bis maximal drei Jahre nach Schuleintritt betreut. Gleichzeitig werden auch die Eltern beraten, begleitet und unterstützt.

Wie unterstützen wir Ihr Kind? Ihr Kind wird ganzheitlich und spielerisch gefördert. Durch gezielte Angebote im Bereich der Bewegung, der Wahrnehmung, der Sprache, des Spiels, des Denkens und der Planung von Handlungsabläufen wird seine Selbstständigkeit und Selbstwirksamkeit gefördert. Ihr Kind lernt sich und seine eigenen Interessen kennen. Es wird professionell darin angeleitet, seine Handlungsmöglichkeiten zu erweitern.

Dies wirkt sich direkt auf seine emotionale Entwicklung und sein soziales Verhalten aus. Es lernt, sein Verhalten zu regulieren und positive soziale Beziehungsmuster aufzubauen. Seine unmittelbare Lebenswelt wird in die Förderung mit einbezogen. Durch Ihre Beteiligung am Geschehen unterstützen Sie Ihr Kind bestmöglich in seiner Entwicklung! Wie können wir Sie als Eltern und/oder Bezugspersonen in der Erziehung Ihres Kindes unterstützen, beraten und anleiten? In der Regel kommt die heilpädagogische Früherzieherin wöchentlich einmal zu Ihnen nach Hause. Sie erhalten gezielte Beratung und Unterstützung in Ihrer besonderen Erziehungssituation, u. a. Hilfestellung bei behinderungsspezifischen Fragen und Schwierigkeiten; systemisches Einbeziehen des Lebensumfeldes des Kindes und die Stärkung sowie den Aufbau der Kompetenzen innerhalb Ihrer ­Familie; Erziehungssicherheit durch die Orientierung an den Ressourcen und am Kontext Ihrer Familie – Hilfe zur Selbsthilfe, indem Sie in die Förderung einbezogen werden und auf Ihre persönliche Situation und Ihre Bedürfnisse Rücksicht genommen wird; die Spiel- und Förderstunden, einzelne Beobachtungen sowie die Gestaltung der Arbeit werden mit Ihnen besprochen. Sollten sie vertiefte Fragen haben, können Sie sich gerne an uns wenden: www.hpdienst.ch

Petra Rappitsch

Dienstleitung Stv. – Heilpädagogischer Dienst St. Gallen-Glarus