Wangser Volkstheater: Mundartspiel mit raffinierter Inszenierung

WANGS. Heute abend fällt der erste Vorhang zur herzbewegenden Geschichte «Ein Hof zum Heiraten». Ein unbekanntes, lebendiges Volksstück in vier Akten feiert damit im Wangser «Sternen»-Saal Premiere. Lachen und Ernsthaftigkeit halten sich bei der gemächlichen Inszenierung die Waage.

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WANGS. Heute abend fällt der erste Vorhang zur herzbewegenden Geschichte «Ein Hof zum Heiraten». Ein unbekanntes, lebendiges Volksstück in vier Akten feiert damit im Wangser «Sternen»-Saal Premiere. Lachen und Ernsthaftigkeit halten sich bei der gemächlichen Inszenierung die Waage.

Aus 300 Stücken ausgesucht

Eine ergreifende Geschichte, welche Regisseurin Nadia Good aus über 300 Volksstücken für die diesjährige Inszenierung der Volksschauspielbühne Wangs ausgewählt hat. Ein «Lucky Punch» auf der Suche nach etwas Speziellem wurde dabei erzielt. Zum einen, weil diese von Paul Löwinger niedergeschriebene Geschichte gehobene Ansprüche an die Komödianten stellt, zum anderen weil sie für die Geniesser alles beinhaltet, um sie blendend zu unterhalten. Zudem ist dieses Werk aus Wien mit gemächlichem Ablauf gespickt mit köstlichem, staubtrockenem Humor.

«Reisende sollte man nicht aufhalten». Ob dieser Spruch aus dem Volksmund immer zutrifft? Das Wangser Theater klärt in ihrer neusten Produktion «Ein Hof zum Heiraten» in vier Akten und dreistündiger Spielzeit darüber auf. Bewusst wurde auf eine traurige, schwere Inszenierung verzichtet, denn der Alltag kann schon hart genug sein. Dennoch können gewisse Szenen dem Besucher nahe gehen. Dabei wird unverblümt aufgezeigt: Habgier macht Menschen krank. Hannes Grünenfelder und Nadja Jonker lockern das Stück mit genial gespielter Naivität auf. Ohne Wimpernzucken werden «Weisheiten» aus der österreichischen Hauptstadt, mit allerlei Munterkeit aufgefrischt. Allein schon wegen diesen zwei Protagonisten lohnt sich für Liebhaber althergebrachter Schauspielkunst ein Besuch in Wangs.

Nostalgisches Erscheinungsbild

Die neuste Bühnenproduktion ist wohl eine der gelungensten, wenn nicht die beste Inszenierung der letzten Jahre, welche Nadia Good mit zehn volkstümlichen Charakterdarstellern auf die Wangser Liebhaberbühne bringt. Vorausgegangen ist eine viermonatige intensive Probenzeit mit Sisyphusarbeiten, um ein gehobenes Schauspiel im nostalgischen Erscheinungsbild zu erreichen. Bewusst wurde das Volksspiel «Ein Hof zum Heiraten» ausgewählt, weil die Geschichte in die Sehnsucht nach alten Zeiten eingebettet ist, es der Handlung aber auch nicht an Aktualität fehlt.

Die Zuschauer werden in Welten entführt, aus denen es kein Entkommen gibt. Süffisanter Humor wird den Lachmuskeln zusetzen. (pd)

Die Premiere vom Volksstück «Ein Hof zum Heiraten» findet heute um 19.45 Uhr im «Sternen»-Saal in Wangs statt. Weitere Termine: Donnerstag, 4. Februar, 19.45 Uhr; Samstag, 13. Februar, 19.45 Uhr; Sonntag, 14 Februar, 13.45 Uhr; Samstag, 20. Februar, 19.45 Uhr; Sonntag, 21. Februar, 13.45 Uhr; Freitag, 26. Februar, 19.45 Uhr; Samstag, 27. Februar, 19.45 Uhr. Unter Telefon 079 793 38 07 kann jeweils am Montag, Mittwoch und Freitag von 18.30 bis 20.30 Uhr reserviert werden. Infos unter www.theater-wangs.ch.

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