WANGS: Umjubeltes Volksstück der Heimatbühne

Die Premiere der Heimatbühne ist geglückt. Die Aufführung von «Ds Verlägeheitschind» unter der Regie von Nadia Good war eine Glanzleistung.

Drucken
Teilen
Gute schauspielerische Leistungen und ein tolles Bühnenbild bietet die Wangser Heimatbühne mit ihrem neusten Stück. (Bild: Ignaz Good)

Gute schauspielerische Leistungen und ein tolles Bühnenbild bietet die Wangser Heimatbühne mit ihrem neusten Stück. (Bild: Ignaz Good)

Üppiger Szenenbeifall, herz­haftes Gelächter, begeisterter Schlussapplaus und viele «Bravo»-Rufe: Die Premiere in Wangs war ein voller Erfolg.

Seit die Theatergruppe 1884 in Wangs gegründet wurde, zeigte sie fast jedes Jahr ein neues Bühnenstück. Unterbrüche gab es einzig während der beiden Weltkriege. Das Wangser Gütesiegel hat auch nach 133 Jahren Bestand. Das Premierenpublikum hat am Samstag im «Sternen»-Saal ein dreistündiges Theaterstück verfolgen können, das auf einer grossen Profibühne wohl kaum besser zur Geltung gekommen wäre. Die Crew spielt Theater mit Haut und Haar und auf hohem Niveau – das war vom ersten Moment an spürbar. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Stücke sorgfältig aus­gewählt werden und Kostüme, Maske, Technik und Bühnenbild von fast professioneller Natur sind.

«Ein hervorragendes Stück, prima gespielt»: Die Premierenbesucher des Stücks «Ds Verlägeheitschind» geizten nicht mit Lob und schwärmten von der Handlung im nostalgischen Look. Zu Recht. Die Mundartdialoge wurden verständlich ausgesprochen und körperbetont gespielt: Mimik, Gestik, Sprachduktus – das alles sitzt und kommt mit hoher Präsenz und Lebendigkeit auf die Bühne. Die zehn Protagonisten trumpfen mit Können, sicherem Auftreten und vielen eingebauten «Insiderdetails» mit Bezug zur Region und zum Dorfleben auf.

Das Volksstück hüpft zwischen Einfühlung und Ironie hin und her. Um das individuelle Humorempfinden und den Lokalkolorit zu verstärken, hat die kompetente Regisseurin Nadia Good jede Rolle neu verfasst. Dass sich dieser Aufwand gelohnt hat, beweist der Unterhaltungswert des Stücks, unterstreichen die Situationskomik, die pointenreichen Dialoge und die hervorragende und homogene schauspielerische Leistung der fünf Darstellerinnen und fünf Darsteller.

Köstliche Charaktere treffend dargestellt

Eine tragende Rolle spielt einmal mehr Anton Hobi. Mit den meisten Einsätzen, verkörpert er den fiktiven Vater eines unehelichen Kindes in perfekter Manier. Doris Willi als seine Gemahlin steht ihm in nichts nach und stapft als Geizkragen temperamentvoll durch den Krämerladen. Köstlich auf der Bühne ist auch der Freund Xaver – verkörpert von Linus Schnider –, der kein Saufgelage auslässt, um vor seinem «Hausdrachen» zu fliehen. Mit zunehmendem Spiel verlieren vermeintlich ehrenwerte Personen an Glanz. Fettnäpfchen werden häufiger, es kommen gar verheimlichte Kinder zutage. Zum Glück haben nicht nur die Märchen ein Happy End, sondern auch die Volkskomödien. Das ist in Wangs nicht anders. (egi)

Aufführungen

11. Februar (19.45 Uhr), 12. Februar (13.45 Uhr), 18. Februar (19.45 Uhr), 19. Februar (13.45 Uhr), 23. Februar (19.45 Uhr), 3. März (19.45 Uhr), 4. März (19.45 Uhr). Vorverkauf: Telefon 079 793 38 07 (Montag, Mittwoch, Freitag, 18.30 bis 20.30 Uhr); www.theater-wangs.ch

Aktuelle Nachrichten