Waldentwicklungsplan liegt auf

Die Vernehmlassung zum Waldentwicklungsplan Regelstein hat begonnen. Eigentlich hätten alle Waldentwicklungspläne 2010 fertig sein sollen – der ursprüngliche Zeitplan war offenbar zu ehrgeizig.

Martin Knoepfel
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Die Waldentwicklung im Toggenburg setzt auf die Vorrangfunktion von Natur und Landschaft. (Bild: pd)

Die Waldentwicklung im Toggenburg setzt auf die Vorrangfunktion von Natur und Landschaft. (Bild: pd)

TOGGENBURG.. Gestern hat der Kanton den Waldentwicklungsplan (WEP) Regelstein zur Vernehmlassung aufgelegt. Unlängst wurde der WEP Stockberg der Politischen Gemeinde Nesslau übergeben (Bericht in der Ausgabe vom 6. Februar). Wer nun auf der Homepage des kantonalen Forstamts surft, kommt ins Grübeln. 2010 sollte die Waldentwicklungsplanung im ganzen Kanton abgeschlossen sein, heisst es da. 2003 hat die Arbeit an den Plänen begonnen.

«Zielsetzung zu ambitiös»

August Ammann ist Leiter des kantonalen Forstamts. Der Kanton mache keine Vorschriften, bis wann ein WEP fertiggestellt sein müsse. 2010 sei eine frühere Zielsetzung und wohl zu ambitioniert gewesen, sagt er. Man habe damals mit den Waldentwicklungsplänen noch keine Erfahrung gehabt.

Man müsse pro WEP mit zwei bis drei Jahren Arbeit rechnen, sagt August Ammann. In der Waldregion Toggenburg habe es Verzögerungen gegeben, da der frühere Regionalförster unerwartet gestorben sei und weil die Behandlung der Unwetterschäden des Jahres 2013 wichtiger gewesen sei. Zudem habe die Diskussion um den geplanten Bikepfad Rotenstein den WEP Stockberg verzögert, sagt August Ammann. Aus Kapazitätsgründen wolle man nicht zu viele WEP parallel bearbeiten. Für Detailauskünfte verweist August Ammann auf den Regionalförster der Waldregion 5, Christof Gantner. Finanzielle Folgen haben die Verzögerungen bei den WEP laut August Ammann nicht, da WEP keine neuen Subventionen von Bund oder Kanton begründeten. Christof Gantner nennt die bis 2009 dauernde Reorganisation des kantonalen Forstdiensts und den unerwarteten Tod seines Vorgängers als Gründe für die Verzögerung. Er sei damals «ins kalte Wasser geworfen» worden.

Sehr zeitintensiv

Seit etwa drei Jahren habe er die Ressourcen für die Arbeit an den WEP. Zudem sei das Toggenburg die einzige Waldregion mit fünf WEP. Keine Waldregion habe alle WEP bis 2010 vollendet. Die Perimeter der WEP überlappen sich nicht. Warum können nicht mehrere WEP parallel bearbeitet werden? Die Koordination sei leichter, wenn man die WEP nacheinander erarbeite, sagt Christof Gantner. Sodann verschlinge die Arbeit an einem WEP viel Zeit. Erlassen wird der WEP durch den Volkswirtschaftsdirektor. Rechtsmittel gegen WEP gibt es nicht, wohl aber gegen Verfügungen, die später gestützt auf den WEP erlassen werden.

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