Waadtländer Küche näherbringen

Die alte Küche auf der Domaine de Bois-Bougy in Nyon steht bei der kommenden Sendung «Landfrauenküche» im Zentrum – und Köchin Barbara Bernegger sowie ihre Helferin Nicole Philipp-Weder. Beide sind in Sax aufgewachsen.

Hanspeter Thurnherr
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Barbara Bernegger (Zweite von rechts) bewirtet am kommenden Freitag in der Sendung «Landfrauenküche» ihre sechs Gäste (von links): Sarah Fahrni, Regula Gysel, Suzanne Rusterholz, Esther Rindisbacher, Elsbeth Mathis und Iris Riatsch. (Bild: SRF/Ueli Christoffel)

Barbara Bernegger (Zweite von rechts) bewirtet am kommenden Freitag in der Sendung «Landfrauenküche» ihre sechs Gäste (von links): Sarah Fahrni, Regula Gysel, Suzanne Rusterholz, Esther Rindisbacher, Elsbeth Mathis und Iris Riatsch. (Bild: SRF/Ueli Christoffel)

NYON/SAX. «Ich habe die Sendung geschaut, so oft es ging. Vor zwei, drei Jahren habe ich dann gedacht, ich könnte hier mitmachen. Es wäre bestimmt eine besondere Herausforderung, in meiner alten Küche für die anderen sechs Landfrauen zu kochen», erzählt Barbara Bernegger am Telefon dem W&O (siehe Frontseite). So könne sie den Deutschschweizern das Waadtland und dessen Küche näherbringen.

Denn hauptsächlich verwendet die gebürtige Saxerin Produkte des eigenen Hofes. «In Nicole Philipp-Weder, die ebenfalls in Sax aufgewachsen ist, hatte ich eine gute Hilfe. Aus unserer Sicht ist es gut gelaufen», ergänzt sie. Doch mehr will und darf sie nicht verraten.

Jahrhundertealter Gutsbetrieb

Weil sie für die Sendereihe an sechs Wochenenden weg war, galt es, die Arbeit auf dem Hof zu organisieren. «Wenn mein Mann Samuel Baumgartner nicht voll dahintergestanden wäre, hätte ich nicht mitmachen können», ist sie sich bewusst. Aber auch ihre Mitarbeitenden auf dem Hof hätten begeistert mitgezogen.

Der Hof, das ist die Domaine de Bois-Bougy bei Nyon, nur wenige hundert Meter vom Uefa-Hauptsitz entfernt. Baumgartners Urgrossvater, der aus dem Bernbiet stammte, hatte das Gut mit dem prächtigen Hauptgebäude aus dem 16./17. Jahrhundert im Jahr 1925 erworben.

Am Jakobsweg gelegen

2005 kaufte das Ehepaar Baumgartner Bernegger, deren Familie inzwischen vier Kinder zählt, das Gut in vierter Generation. Auf heute 70 Hektaren – davon sind 50 Hektaren Eigenland – bauen sie Trauben, Zuckerrüben, Weizen, Gersten, Mais, Raps und Blumen an und halten Kühe und Hühner. Kunden erhalten auf dem Hof rund ums Jahr an sieben Tagen in der Woche Milch, Eier, Joghurt und Süssmost und je nach Jahreszeit auch Konfitüre und Kuhfleisch-Salami. Dazu kommen Blumen zum Selberpflücken.

Auf der Domaine bietet die Familie zudem Bed & Breakfast an, liegt das Gut doch am Jakobsweg und am Veloweg der Rhoneroute im Grünen – und doch nur zwei Kilometer von der Altstadt von Nyon entfernt.

Amor «traf» mit seinem Pfeil

In die Westschweiz kam die gelernte Floristin 1994 berufsbedingt und um Französisch zu lernen. Obwohl Amor schon kurze Zeit später mit seinem Pfeil «traf», arbeitete Barbara Bernegger in einem Gartencenter weiter, bis sie und ihr Mann das Gut übernahmen. Durch die Beanspruchung auf dem Hof kommt sie nur zwei bis dreimal pro Jahr ins Werdenberg. «Aber Wurzeln sind Wurzeln», sagt sie, die auch W&O-Abonnentin ist. Öfter werde sie von ihren Verwandten in Nyon besucht.