Vorwurf der Manipulation ist vom Tisch

VADUZ. Die Zahl der Studierenden an der Universität Liechtenstein in Vaduz ist nicht manipuliert worden. Ein von der Regierung in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zum Schluss, aufgetauchte Differenzen bei den Studierendenzahlen seien auf mehrere Faktoren zurückzuführen.

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VADUZ. Die Zahl der Studierenden an der Universität Liechtenstein in Vaduz ist nicht manipuliert worden. Ein von der Regierung in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zum Schluss, aufgetauchte Differenzen bei den Studierendenzahlen seien auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Divergenzen ergaben sich aus unterschiedlichen Zählweisen über die immatrikulierten Studierenden, Gast- und Austauschstudierenden sowie Absolventen des Wintersemesters. Dies hing mit der Anwendung unterschiedlicher Stichtage zusammen, wie Bildungsministerin Aurelia Frick gestern in Vaduz erklärte. Auf unterschiedliche Zahlen gekommen waren vor allem die Universität selbst und das Amt für Statistik.

Eine Fehleinschätzung

Politisch hatten die divergierenden Angaben in der März-Sitzung des Liechtensteiner Parlaments zu hitzigen Debatten geführt. Dabei wurde auch der Vorwurf der Manipulation laut. Um in dieser Hinsicht Klarheit zu schaffen, engagierte die Regierung ein externes Revisionsunternehmen, das mit seinem Bericht den Manipulationsvorwurf entkräftete.

Unabhängig von der Zählweise hält der Bericht aber fest, dass sich die Annahme der Universität, die Zahl der Studierenden steige, als Fehleinschätzung erwies. Weniger Studierende sind eine Tatsache, die laut der Regierung nicht ignoriert werden darf.

In die Bredouille geraten

Die Universität war vor allem aufgrund der Anmeldungen zu Studiengängen auf eine steigende Zahl gekommen. Vergangenes Jahr hatten sich jedoch um die 80 Bewerberinnen und Bewerber zurückgezogen und sich für ein Studium an einer anderen Universität entschieden.

Dadurch geriet die Bildungsstätte in die Bredouille. Sie erreichte die in der Vereinbarung für den Staatsbeitrag fixierte Studierendenzahl nicht und hätte der Regierung 1,3 Millionen Franken zurückzahlen müssen, was die Universität in finanzielle Nöte gebracht hätte. (sda)

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