Vorbilder und Vorzeigevereine am Forum

FUSSBALL. Am Forum «Together we are stronger» im Grand Resort Bad Ragaz zeigte sich, dass immer mehr Vereine und Fussballer ihre Vorbildrolle im sozialen Bereich wahrnehmen und auch viel Geld in soziale Projekte in der ganzen Welt investieren.

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FUSSBALL. Am Forum «Together we are stronger» im Grand Resort Bad Ragaz zeigte sich, dass immer mehr Vereine und Fussballer ihre Vorbildrolle im sozialen Bereich wahrnehmen und auch viel Geld in soziale Projekte in der ganzen Welt investieren. Lernen aus Beispielen und von Vorbildern war das Hauptthema. Den Auftakt machte das Projekt Slum Soccer India – dieses nahm am Swiss-U16-Cup teil – das Dr. Abhijeet Barse vorstellte. Die Spieler dieses Teams seien als neue Menschen aus der Schweiz zurückgekehrt, bereichert mit neuen Erfahrungen und Kontakten zu neuen Freunden, meinte er. Diese Erfahrungen sollen nun anderen Kindern zugutekommen, denn Slum Soccer India bildet unter anderem Fussballtrainer aus und fördert ihre Führungseigenschaften. Diverse Aktivitäten sollen den Fussball in Indien fördern, unter anderem ein Frauenteam, das bereits an Turnieren teilgenommen hat.

Integrative Kraft nutzen

Anne-Kathrin Laufmann stellte das CSR-Programm «Werder bewegt – lebenslang». Gerade im Fussball gebe es viele Interessengruppen, deren Bedürfnisse berücksichtigt werden müssen. Der Fussball spiegle die gesamte Gesellschaft und deren Probleme wider, von der Ökologie bis zur Erziehung und der demographischen Entwicklung. Der SV Werder Bremen habe als Fussballverein eine grosse Strahlkraft und damit auch Verantwortung. Bereits 2002 begann Werder Bremen sein CSR-Engagement. «Wir wollen der Region, die uns so stark unterstützt, etwas zurückgeben», betonte sie. Dies geschieht in allen Lebensbereichen und Altersgruppen. Um das soziale Engagement auch bekannt zu machen, habe man beschlossen, diesen Bereich zu professionalisieren. Auch Menschen mit Behinderungen werden in insgesamt vier Fussballmannschaften trainiert, dazu kommen ein Basketball- und ein Leichtathletik-Team. Diese Angebote vermögen aber den grossen Bedarf in Bremen nicht zu decken.

Millionen für Foundation

Simon Taylor, der Vorstand der Chelsea FC Foundation, betonte, dass Chelsea einerseits ein Weltklasseteam stellen wolle, aber andererseits auch die soziale Verantwortung wahrnehme. Insgesamt investiere man 6 Millionen Pfund jährlich in diese Community. Diese umfasse unter anderem Frauenfussball, Ausbildung von Trainern in 16 Sportarten, Behindertensport für mehr als 6000 Teilnehmende und Zusammenarbeit mit vielen Schulen in der Erziehung. CSR ist zu einem der wichtigsten Bereiche im Club geworden, und man sei stolz darauf: «Wenn alle Industrieunternehmen so viel in soziale Bereiche investieren würden wie der Fussball, wäre die Welt ein besserer Ort.»

In der anschliessenden Podiumsdiskussion wurden die «Best Practice», also vorbildliche Praxisbeispiele, mit Vertretern von Grossclubs vertieft diskutiert. Die allgemeine Aussage wurde von Alan Sefton (Arsenal) so formuliert: «Do the right thing for the right reason in the right way», das heisst, tue das Richtige aus den richtigen Gründen auf die richtige Art und Weise.

Eines darf auf jeden Fall gesagt werden: Der Fussball engagiert sich sehr für die Gesellschaft, auch wenn er weltweit im Moment ein wenig unter einem schlechten Image leidet. (mb)