«Von Mobbing kann keine Rede sein»

Die Schulleitung der Kanti Sargans habe zusammen mit Lehrer S. immer wieder Lösungen gesucht, um die Situation um seinen «für der Mehrheit der Schüler als überstreng» beurteilten Schulunterricht zu verbessern, schreibt das kantonale Bildungsdepartement.

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Laut Bildungsdepartement hat die Schulleitung der Kantonsschule Sargans wegen Klagen, der Unterricht von Mathematiklehrer S. sei «nicht stufengerecht», immer wieder Verbesserungslösungen gesucht. (Bild: pd)

Laut Bildungsdepartement hat die Schulleitung der Kantonsschule Sargans wegen Klagen, der Unterricht von Mathematiklehrer S. sei «nicht stufengerecht», immer wieder Verbesserungslösungen gesucht. (Bild: pd)

SARGANS/ST. GALLEN. Im Rechtsfall betreffend einen Mathematiklehrer der Kantonsschule Sargans (der W&O berichtete) hat gestern Montag das Bildungsdepartement des Kantons St. Gallen Stellung genommen.

Es bedauert, «dass die Zeitungsberichterstattung auf eine Kampagne gegen den Rektor und den Leiter des Amtes für Mittelschulen hinausläuft». Deshalb stelle es «die Fakten klar», obwohl der Kanton zu hängigen Verfahren grundsätzlich nicht Stellung nehmen dürfe, wie es das Bildungsdepartement formuliert.

«Anhaltende Klagen»

In der Mitteilung von gestern wird bestätigt, dass der Mathematiklehrer fachlich gut qualifiziert sei. Sein Unterricht werde aber «für die Mehrheit der Schülerinnen und Schüler als überstreng und unflexibel und damit methodisch-didaktisch nicht stufengerecht beurteilt». Das Problem bestehe seit Jahren und sei «Gegenstand anhaltender Klagen von Schüler- und Elternschaft». Die Schulleitung habe deshalb zusammen mit dem Lehrer immer wieder nach Lösungen gesucht, um die Situation «innerhalb der Anstellung zu verbessern».

«Das Gymnasium soll anspruchsvoll, nicht aber so streng wie eine ETH sein», nennt das Bildungsdepartement die Devise, die «im Interesse der Schülerinnen und Schüler» sei. Nachdem sich trotz der Lösungssuche kein nachhaltiger Erfolg in diese Richtung eingestellt habe, habe die Schulleitung nach einer arbeitsrechtlichen Lösung gesucht.

Zur Erinnerung: Ein ETH-Gutachter hatte die Unterrichtsinhalte von Lehrer S. im Auftrag des Kanti-Rektors aus einer Auswahl von Schülerheften überprüft und als «anspruchsvoll, aber noch im vertretbaren Rahmen» beurteilt, wie der W&O am 13. Januar berichtete.

Angriff mit juristischen Mitteln

Der Rektor ist für Anstellung und Entlassung der Mittelschul-Lehrpersonen zuständig, wird in der Mitteilung von gestern festgehalten. Mit dem XII. Nachtrag zum Mittelschulgesetz seien die arbeitsrechtlichen Zuständigkeiten «vom Erziehungsrat gelöst und dezentral auf die Schulen übertragen worden».

Der Rektor arbeite «nach wie vor darauf hin, eine für alle Beteiligten und nicht zuletzt auch für den Lehrer selbst akzeptable Lösung zu finden», betont das Bildungsdepartement. «Von Mobbing kann keine Rede sein», nimmt es Bezug zum Anwalt von Mathematiklehrer S., der von einem «krassen Fall von Mobbing» durch den Rektor sprach (W&O vom 13. Januar). Der Lehrer sei von Anfang an durch einen Anwalt vertreten und greife den Rektor seit längerem «mit allen juristischen Mitteln» an, stellt das Departement weiter fest.

Vertrauen in Rektor und Leiter

Zurzeit sei der Lehrer krankgeschrieben und daher nicht arbeitsfähig, heisst es weiter – was der W&O bereits berichtete. Ihm sei «unverzüglich mitgeteilt worden, dass während Krankheit eine Kündigung durch den Arbeitgeber unzulässig und daher keine Option» sei.

Das Bildungsdepartement unterstreicht im weiteren sein Vertrauen in den Rektor und den Amtsleiter. (ts)