Von Geigenbau zum Konzert

«Vom Holz zum Klang» nannte sich die Vorstellung für Streichinstrumente der Musikschule Werdenberg. Über 60 Musikschüler haben ihr Können auf Violine und Violoncello gezeigt. Zuvor wurde das Bauen einer Geige erklärt.

Silvia Frick
Merken
Drucken
Teilen
Die Bach Strings sind schon erfolgreich und konzertreif. Leitung: Brigitta Bach (erste Geige), am Klavier Jean Lemaire. (Bild: Silvia Frick)

Die Bach Strings sind schon erfolgreich und konzertreif. Leitung: Brigitta Bach (erste Geige), am Klavier Jean Lemaire. (Bild: Silvia Frick)

BUCHS. Musiker beherrschen ihr Instrument absolut, aber oft wissen sie kaum, wie dieses gebaut wurde. Brigitta Bach, Fachschaftsleitung Streicher der Musikschule Werdenberg, machte genau dies in einer Konzertveranstaltung möglich. Neu wissen künftige Streicher, welch feinste Handarbeit notwendig war, um ihrer Geige/Violine oder ihrem Violoncello erlesenen Klang zu geben – Geigenbauer Severin Heeb zeigte Meisterarbeit.

Der Tisch war mit Holzteilen und dem offenen Klangkörper eines Violoncellos belegt. Daneben ein geschnittenes Deckblatt und spezielle Werkzeuge. Alles Bestandteile zum Geigenbauhandwerk.

Vom Holz zum Klang

«Um Geigen und Cellos zu bauen, braucht man europäische Hölzer, möglichst astlose, aber mit regelmässigen Maserungs- und Wachstumszonen», zeigte Geigenbauer Severin Heeb auf. Nur zweieinhalb bis drei Millimeter dick dürfen Boden und Decke des Klangkörpers sein. Ausgesägt werden sie feinstens gehobelt und laufend gemessen. Dann schneidet Heeb filigrane Tonlöcher und umrandet das Deckblatt mit einem Zargenkranz. Dazu wird das Holz erhitzt gebogen. «Geleimt wird immer noch mit Knochenleim nach uraltem Rezept», erklärt Heeb.

Der Klangkörper müsse den Druck von Saitensteg und Saitenzug aushalten, dazu trage auch das harte Ebenholzgriffbrett bei. Der fertige Korpus wird mit Leinöl und Kunstharz lackiert. «Alles ist sehr genau geschaffenes Handwerk. Passiert ein gröberer Fehler, ist das Instrument verpfuscht», erklärt der Geigenbauer. Und ab jetzt beginnt schon die Arbeit der Musiker, welche die Geigen aufs Genaueste stimmen. Gelernt hat Severin Heeb sein Handwerk in der Geigenbauschule Brienz.

Töne werden zu Melodien

Danach spielen die Streicher der Musikschule auf genauso hergestellten Violinen und Violoncellos ein fröhliches Allegro. Danach meistern die Bach Strings, als fortgeschrittene Streicher der Musikschule, vier verschiedene Stilrichtungen. Erst Klassik des norwegischen Pianisten Edvard Grieg, dann ein «Hebräisches Lied» anderer Klangart und die Stücke «Tantalizing Tango» und «Sunshine Boogie». Aufmerksam folgen die Streicherinnen der ersten Geige von Brigitta Bach, denn die Spieltechnik der diversen Rhythmen fordert. Doch die Bach Strings ernteten Riesenapplaus und eine Zugabe wurde gefordert.

Und dann traten alle jüngeren Streicher und Streicherinnen (Klassen von Cecilia Albert, Brigitta Bach, Raikan Eisenhut und Gabi Fercher (Violinen), unter der Leitung von Beate Reitze-Buj (Violoncello)) gemeinsam auf. Während den letzten Wochen hatten sie alle das gleiche Stück eingeübt. Nur vor dem Konzert haben sie ein einziges Mal zusammen gespielt. Das Konzert meisterten sie alle erfolgreich.