Von Facebook in die Beiz

Zu Ehren der über 1400 Mitglieder der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Grabs, wenn…» findet ab Freitag im Restaurant Schäfli in Grabs eine Ausstellung der besonderen Art statt.

Doris Büchel
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Florian Lippuner alias Frolain Lippuner freut sich über den Erfolg der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Grabs, wenn…». (Bild: Doris Büchel)

Florian Lippuner alias Frolain Lippuner freut sich über den Erfolg der Facebook-Gruppe «Du bisch vo Grabs, wenn…». (Bild: Doris Büchel)

GRABS. Dieser Artikel fängt mit einer haarigen Überraschung an. Denn Frolain Lippuner – so lautet der Facebook-Name der Hauptperson – erscheint nicht wie erwartet mit Rock oder Rossschwanz zum Gespräch, sondern mit Bart. Einem richtigen Männerbart. Der Grund dafür ist ebenso simpel wie einleuchtend: Frolain Lippuner ist nicht ein Fräulein, wie vermutet, sondern eben Florian Lippuner. «Ich habe auf Facebook lediglich die Buchstaben meines Vornamens verdreht», so seine Erklärung. Aha, alles klar.

Mit einem Pseudonym

Es war heuer im Frühling, als sich auf Facebook der «Du bisch vo XX, wenn…»-Trend abzeichnete. Einer, der dies früh realisierte, war Florian Lippuner. Der Grabser, der seit zwölf Jahren im Züribiet lebt, jedoch regelmässig – «quasi jedes Wochenende» – zurück in die Heimat kehrt, reagierte rasch und eröffnete unter dem Pseudonym Frolain Lippuner die Facebook-Gruppe «Du bisch vo Grabs, wenn…». Fortan konnte jeder, der wollte, den obigen Satz beliebig ergänzen. Und es wollten viele. So entstanden Sätze wie «Du bisch vo Grabs, wenn s Werdeberger Schtuubeti-Lied pönnsch» oder «Du bisch vo Grabs, wenn all a Gellerettli im Hosasagg traisch».

«Du bisch vo…»-Fieber

Diese und unzählige Sprüche mehr sammelten sich fortan auf Facebook. Jung und alt, Männer und Frauen beteiligten sich engagiert, ergänzten die Sätze mit alten Fotos, Erinnerungen reihten sich an Erinnerungen. Es schien, als vereinten sich plötzlich ganze Dörfer auf Facebook. Denn Grabs war längst nicht die einzige Gemeinde, die sich beteiligte. Auch Buchs oder Gams eröffneten entsprechende Gruppen auf Facebook. Ja, die ganze Schweiz schien eine Zeitlang im «Du bisch vo XX, wenn…»-Fieber zu sein. «Am aktivsten waren die Älteren, die ab 50 Jahren aufwärts», so Florian Lippuner. «Diese haben auch am meisten aus früheren Zeiten zu berichten.»

Die Idee einer Ausstellung

Die Grabser-Facebook-Gruppe sei rasant gewachsen. «Die virtuelle Gruppe wurde bald auch am Stubentisch ein Thema», sagt Florian Lippuner. «Das ist schon eine Leistung.» Aufgrund des grossen Erfolges und des aktuellen Jubiläums «1400 Johr Grabs» entstand so die Idee, etwas Besonderes zu organisieren, sollte die Facebook-Gruppe 1400 oder mehr Mitglieder erreichen.

Gesagt, getan. «Durchgesetzt hat sich der Vorschlag, eine Ausstellung zu organisieren, damit auch diejenigen, die über kein Facebook-Profil verfügen, etwas davon haben.»

Schlicht und beschaulich

So wird diesen Freitag ab 18 Uhr im Restaurant Schäfli Vernissage mit den lesenswertesten, emotionalsten, witzigsten Sprüchen gefeiert. Mit ehrenamtlicher Unterstützung von Freunden sowie fachkräftigem Support von Markus Lippuner von Fototraum.ch habe er diese schlichte, aber beschauliche Ausstellung auf die Füsse gestellt, so Florian Lippuner. Lediglich Spenden, die über einen Spendenaufruf via Facebook eingegangen seien, habe er verwendet. Die Ausstellung wird zwei bis drei Wochen dauern. Ziel der Aktion? «Die Ausstellung soll zu Gesprächen anregen. Und zwar alle, nicht nur diejenigen mit einem Facebook-Profil.

Die Ausstellung ist interaktiv gestaltet: In der Beiz können alle mitmachen, liken, kommentieren.»

Deshalb laute auch der Titel schlicht und einfach: «Von Facebook in die Dorfbeiz». «Schliesslich beteiligte sich ein Fünftel der Grabser Bevölkerung, das muss doch ordentlich gefeiert werden.»

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