Von der Melodie zum Gedicht

Miriam Heeb hat ein Buch mit Kinderliedern gestaltet. Mit ihm nimmt sie am Finale des Jugendprojekt-Wettbewerbs teil. Alle Texte und Melodien ihres Liederbuches hat Miriam Heeb selbst geschrieben und komponiert.

Valentina Thurnherr
Drucken
Teilen
Die Melodien für das Liederbuch komponierte Miriam mit ihrer Handorgel. (Bild: pd)

Die Melodien für das Liederbuch komponierte Miriam mit ihrer Handorgel. (Bild: pd)

RÜTHI. Mit ihren gerade mal 16 Jahren hat Miriam Heeb etwas vollbracht, woran selbst viele Erwachsene scheitern würden. Sie hat ein Liederbuch für Kinder geschrieben. Nicht nur die Liedtexte hat sie verfasst, sondern auch alle Melodien auf ihrer Handorgel komponiert. «Die Idee für ein Lied hat bei mir immer im Kopf angefangen und wenn sie mir gefallen hat, habe ich sie auf meine Handorgel übertragen. So konnte ich die Noten bestimmen und sie aufschreiben», sagt Miriam.

Als die Tonfolgen feststanden, ging es ans Schreiben. «Ich habe schon immer gern Gedichte geschrieben, also dachte ich mir, ich nutze dies für mein Projekt.» Wenn die Rohfassung eines Textes feststand, passte sie ihn der Melodie an. Als ein Grossteil der Lieder fertiggestellt war, gab sie alles in den Computer ein und druckte es aus. «Mein Ziel war es, dass auch Kinder, die noch nicht lesen können, verstehen, worum es in den Liedern geht. Also habe ich die Notenblätter mit Zeichnungen ergänzt.»

Zwei Wettbewerbe

Mit der Arbeit an ihrem Buch begann sie in ihrem letzten Jahr in der Oberstufe, da es ursprünglich als Abschlussprojekt gedacht war. Den Schülern wurden Mentoren zugeteilt, die sie unterstützten. Die Arbeiten wurden auf der Webseite des Blog-Projektwettbewerbs von Chance Industrie Rheintal gepostet. Wer die meisten Kommentare zu seinem Werk erhielt, konnte einen Preis gewinnen. «Gewonnen habe ich leider nichts. Aber die vielen tollen Kommentare sind meiner Meinung nach wertvoller als jeder Preis, den man gewinnen kann», sagt Miriam. Besonders wertvoll war ein ganz bestimmter Kommentar. Ruedi Gasser, Sozialarbeiter bei der Jugendberatung Altstätten, lud Miriam persönlich ein, ihr Liederbuch beim Jugendprojekt-Wettbewerb einzureichen.

«Ich habe mich riesig gefreut und fühlte mich geschmeichelt, als ich Herrn Gassers Kommentar gelesen habe», sagt Miriam. Nach einer kurzen Bedenkzeit kam sie zum Schluss, dass der Wettbewerb «e cooli Sach» ist und sie reichte ihre Dokumentation ein. «Da ich das Projekt bereits vor den Sommerferien abgeschlossen hatte, musste ich für das Finale des Jugendprojekt-Wettbewerbs meine Präsentation wieder hervorkramen und neu lernen», sagt Miriam lachend.

Kinder lieben es

Das Liederbuch kann Miriam auch bei ihrer Arbeit gebrauchen. Sie absolviert zurzeit ein Praktikum in einer Kindertagesstätte (Kita) und konnte das Buch schon am Zielpublikum ausprobieren. Dafür nahm sie eigens ihre Handorgel mit in die Kita, um den Kindern die Lieder vorzuspielen. Miriam freut sich über den Erfolg ihrer Lieder: «Sie fragen sogar schon regelmässig nach dem <Znüni-Lied>.»

Das Exemplar für die Kita hat Miriam extra laminieren lassen, damit die Kinder selbständig nach Herzenslust darin blättern können. Nebst der Originalausgabe hat sie ein weiteres Buch drucken und binden lassen, um es ihrer Mentorin Heidi Lampert zu schenken, die sie während des gesamten Projekts unterstützt hat.