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Von der Globalisierung zur Glokalisierung

Grabs Blitzeblank steht die Maschine da und wartet auf ihren Einsatz. Der Kasten, der alle Daten speichert: halb so gross wie ein Schuhkarton. Der letzte Schliff ist noch nötig, bis sie im Mai zum ersten Mal an einer Messe präsentiert wird. Die Rede ist vom Pilotprodukt im Bereich Künstliche Intelligenz, das die Dividella AG in Grabs entwickelt: Eine Verpackungsmaschine für Arzneimittel, die mit den neuesten Trends von «Machine Learning» als ein Bereich der Künstlichen Intelligenz ausgestattet ist. Sie kann von selbst Vorhersagen zum eigenen Wartungsbedarf treffen und mel- det Abweichungen, bevor diese einen negativen Einfluss auf die Produktqualität ausüben können.

Nur grosse Mengen an Daten zu sammeln nütze nichts, macht Jürg Messmer, Leiter Automation der Dividella AG, im Gespräch mit dem W&O deutlich. Entscheidend sei, aus der grossen Datenmenge nützliche Daten zu extrahieren und dadurch einen Mehrwert für den Kunden zu generieren. Die Auswertung der Daten erfolgt ebenfalls anhand «Machine-Learning»-Methodiken, einer Form von Künstlicher Intelligenz.

Die Komfortzone verlassen

Durch die laufende Digitalisierung habe sich der Aufgaben­bereich eines Maschinenbauers massiv erweitert, hält Messmer fest. «Heute muss man bereit sein, etwas auszuprobieren – auch mit dem Risiko, dass es schief geht. Dazu braucht es die Fähigkeit, schnell zu erkennen, dass etwas nicht klappt, und rasch zu reagieren.»

Diese Entwicklung stellt grosse Anforderungen an die Mitarbeiter: gefragt ist, wer die Bereitschaft mitbringt, die sogenannte Komfortzone zu verlassen und Neuem neugierig und offen zu begegnen. Bei der Dividella AG ist es inzwischen gang und gäbe, dass die Zusammensetzung der Teams, aber auch der Arbeitsplatz selbst und die benutzten Tools alle paar Monate wechseln. «Der Mensch wird mit einer Komplexität konfrontiert, die ungewohnt, für manchen sogar unangenehm ist. Der Anforderungswechsel fordert alle», betont Jürg Messmer.

Erfreut zeigt sich der Leiter Automation über den umgekehrten Trend zur Globalisierung, die Glokalisierung: Zum globalen Wirtschaften kommt das lokale, kosteneffiziente Fertigen, das durch den hohen Grad der Automatisierung heute in Hochlohnländern wie der Schweiz wieder mehr und mehr konkurrenzfähig möglich ist.

Dies ist nicht zuletzt dem modernen Einsatz von aktuellen Technologien wie der Künstlichen Intelligenz und der Robotik zu verdanken. «Das bietet eine Riesenchance, auch mittelfris- tig in der Schweiz als Maschinenbauer konkurrenzfähig zu bleiben», ist sich Jürg Messmer sicher.

Ursula Wegstein

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