Von der Ernte wird alles verwertet

Da bei der Gemüseernte nicht alle Produkte der Norm entsprechen, entsteht Gemüse für die Industrie, Tierfutter und Biogas als Nebenprodukt. Zudem fördert Coop den Absatz von Gemüse, welches eine individuelle Form aufweist.

Melanie Steiger
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Angeschnittene und angefressene Kartoffeln werden den Kühen verfüttert. (Bild: Melanie Steiger)

Angeschnittene und angefressene Kartoffeln werden den Kühen verfüttert. (Bild: Melanie Steiger)

REGION. Bereits auf dem Feld wird das Gemüse nach Qualität sortiert. Danach gelangen alle Produkte aus der Region in die Verteilzentrale des Gemüsehandels Müller Azmoos AG in Plattis. Die Kartoffeln beispielsweise müssen ein hohes Mass an Qualität und bestimmte Formen und Grössen aufweisen. «Bei der Ernte werden vor allem faule, angeschnittene, angebissene und kleine Kartoffeln aussortiert. Diese behält der Bauer, um sie seinen Kühen zu verfüttern», erklärt Alexander Zogg, Betriebsleiter Müller Azmoos AG. Das Ziel sei es, alles vom Feld zu bekommen, damit kein Pilzbefall aufkomme.

Tierfutter oder Biogas

In der Verteilzentrale in Plattis werden qualitativ genügende Kartoffeln, welche aber nicht die passende Form für den Verkauf im Detailhandel haben, für die Industrie verwendet. Für den menschlichen Verzehr ungeeignete und zu viel produzierte enden als Tierfutter. Verfaulte und für Tiere untaugliche werden kompostiert oder in die Biogasanlage gebracht. «Im Durchschnitt sind 65 Prozent der Kartoffeln als Lebensmittel geeignet, 20 Prozent landen in der Industrie und fünf bis fünfzehn Prozent als Tierfutter», so Zogg.

Individuelles Gemüse

Damit noch mehr Gemüse den Weg in die Filiale schafft, lancierte Coop vor rund zwei Jahren die Initiative «Ünique». Damit soll Gemüse, welches eine individuelle und unerwünschte Form aufweist, qualitativ und geschmacklich aber einwandfrei ist, verkauft werden – zu einem günstigeren Preis. Je nach Verfügbarkeit ändere sich jeweils das Angebot in den Filialen. Das Gemüse und die Früchte sind saisonal und nur in grösseren Coop-Filialen erhältlich.

Dreibeinige Rüebli

«Rüebli haben wir fast das ganze Jahr über im Sortiment. Bald treffen die Kartoffeln ein. Heuer sind es mehr als sonst, denn wegen der Trockenheit sind viele verformt», erläutert Ramon Gander, Mediensprecher von Coop.

In das Sortiment werden zum Beispiel Aprikosen, welche Schäden vom Hagel erlitten haben, aufgenommen. Aus diesen könne ohne Bedenken Konfitüre oder ähnliches hergestellt werden. Die Rüebli, welche einen Grossteil davon ausmachen, sind dreibeinig vorzufinden und die Gurken krumm. Doch die Form beeinträchtigt die Qualität und den Geschmack in keinerlei Weise. Gemäss Gander komme dieses Angebot sehr gut bei den Kunden an und erfreue sich grosser Kauffreude.