Von der Buchser Kultur beflügelt

Die Stadt Buchs verlieh der IG Museümli und Regula Gschwend den Kulturpreis 2015. Die Preisträger feierten am Freitagabend zusammen mit vielen Gästen die begehrte Auszeichnung.

Hansruedi Rohrer
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Laudator Paul Knupp (links) freut sich mit der Preisträgerin Regula Gschwend ebenso wie Hansruedi Bucher, Präsident der Kulturkommission.

Laudator Paul Knupp (links) freut sich mit der Preisträgerin Regula Gschwend ebenso wie Hansruedi Bucher, Präsident der Kulturkommission.

BUCHS. Auch die elfte Verleihung des Kulturpreises – durchgeführt in der Aula OZ Flös – sei der Ausdruck der Anerkennung kulturellen Schaffens, sagte Stadtrat Hansruedi Bucher. Als Präsident der Kulturkommission freute er sich natürlich auch auf das grosse Interesse der vielen Besucherinnen und Besucher an diesem Abend. «Kultur beflügelt» sei ja bekanntlich das Motto. Der Neugut-Chor sowie die Chorgemeinschaft Eisenbahner-Männerchor und Männerchor Räfis-Sevelen sorgten für gesanglich-unterhaltende Momente. Das hatte seinen speziellen Grund. Regula Gschwend leitete nämlich diese Chöre.

Fünf Mann mit Museümli

Mit ihrem Dasein würden die zahlreichen Besucher ihre Wertschätzung gegenüber den Kulturschaffenden beweisen, sagte danach Stadtpräsident Daniel Gut. Der Kulturpreis soll Anerkennung und Ansporn sein. Nebst dem Preisgeld erhalten die Kulturträger auch eine von René Düsel geschaffene, «geflügelte» Skulptur. «Das kulturelle Schaffen zeigt sich in Buchs in einer erfreulichen Vielfalt. Heute wird die IG Museümli mit ihrem Ort von Wandlung und Wandel geehrt sowie Regula Gschwend, welche in Buchs viele Jahre als beliebte, begeisterte und begeisternde Dirigentin gewirkt hat», sagte Daniel Gut weiter. Schade nur, dass die Chorleiterin wieder in ihre alte Heimat, den Thurgau, zurückgekehrt sei.

Sepp Köppel aus Gams, selber ein begnadeter Fotokünstler, hielt die Laudatio für das IG Museümli mit den fünf Kameraden und Initianten Kurt Züllig, Adrian Scherrer, Philipp Köppel, Alexandre Armagagnan und Raffael Köppel. Die Empfänger des Gruppenpreises würden sich auch «Bürovulkanmaschinenfreunde» nennen, sagte der Laudator. Diese fünf Leute hätten sich eines Tages auf die Suche nach einem «Museum oder etwas Ähnlichem» in Buchs gemacht. Zufällig sahen sie einmal beim Vorbeigehen die alte EW-Zentrale und konnten die Bewilligung der Verantwortlichen einholen. Seither würden regelmässig Ausstellungen in diesem ganzen besonderen Raum des EW Buchs durchgeführt, sagte Sepp Köppel. «Diese dauern aber nur einen Tag. Aber dieser Tag ist ganz speziell, meistens nicht ohne Kulinarisches.» Dem Künstler oder der Künstlerin werde jeweils freie Hand gelassen, eine finanzielle Entschädigung liege aber nicht drin. Das von der Südkultur erhaltene Budget würde für alles «drum herum» gebraucht. Bis jetzt waren es 14 Ausstellungen, und welch ein Zufall: am Tag nach der Preisverleihung fand am Samstag die 15. statt! «Ihr vom Museümli müsst einfach weitermachen», munterte Sepp Köppel die fünf auf.

Frau gibt Ton an

Paul Knupp, Präsident des Sängerverbandes Werdenberg, ehrte mit seinen Worten Regula Gschwend, die Empfängerin des Einzelpreises. Musik stehe im Mittelpunkt des Lebens der Familie Gschwend und von Regula, sagte er. 1993 zog die Familie nach Buchs, und da war Regula Gschwend stark musikalisch tätig, vor allem als Fachlehrerin für Musik an verschiedenen Primarschulen in Liechtenstein. Sie bildete sich weiter und absolvierte auch die Chorleiterausbildung. 1997 gründete sie den Neugut-Chor. «Das Haus Gschwend ist zu einem Musikzentrum geworden», verriet Paul Knupp. Die Hausmusik Gschwend wurde gegründet. Ehemann Hans ist ebenfalls Musiker, hat bei der Hausmusik mitgemacht und bei den Chören gesungen. Nebst den beruflichen Pflichten müsse da möglicherweise ein ansteckender «Virus» mitgespielt haben, meinte Paul Knupp. Oder sogar Gene, denn auch die vier Kinder seien musikalisch begabt. Regula Gschwend leitete die verschiedensten Chöre in der Region. Und sie war eine unermüdliche Schafferin. So studierte sie Kindermusical und Kinderoper ein, leitete die Balzner Singbuben, den Neugut-Chor und die Chorgemeinschaft Eisenbahner-Männerchor und Männerchor Räfis-Sevelen, nahm an Wettsingen und Sängerfesten teil, amtierte auch als Bezirksdirigentin, dirigierte den Kirchenchor Grabs – und war immer guter Laune.

«Musik zum Mittelpunkt»

Im Namen des Sängerverbandes und auch des Kantonalgesangsverbandes gratulierte Paul Knupp der engagierten Regula Gschwend ganz herzlich zum Kulturpreis. «Sicher wird sie auch im Thurgau die Musik zum Mittelpunkt machen.»

Die «Museümli»-Macher haben den Kulturpreis erhalten, links Sepp Gähwiler, Mitglied der Kulturkommission, rechts Laudator Sepp Köppel. (Bilder: Hansruedi Rohrer)

Die «Museümli»-Macher haben den Kulturpreis erhalten, links Sepp Gähwiler, Mitglied der Kulturkommission, rechts Laudator Sepp Köppel. (Bilder: Hansruedi Rohrer)