Vom Sägemehl-Spektakel bis zum Bienensolo mit Flügel

WERDENBERG. Die Schlossmediale 2015 blickt vom 22. bis 31. Mai auf Ränder und darüber hinaus. «Randerscheinung» ist das Motto und wird in all seinen Facetten zelebriert.

Hanspeter Thurnherr
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Erstmals auch für Kinder: Die Puppenspiel-Kompanie «Blind Summit Theater» bringt «Der Josa und die Zauberfiedel» an die Schlossmediale. (Bild: Schlossmediale)

Erstmals auch für Kinder: Die Puppenspiel-Kompanie «Blind Summit Theater» bringt «Der Josa und die Zauberfiedel» an die Schlossmediale. (Bild: Schlossmediale)

WERDENBERG. Die Schlossmediale 2015 blickt vom 22. bis 31. Mai auf Ränder und darüber hinaus. «Randerscheinung» ist das Motto und wird in all seinen Facetten zelebriert. Das internationale Festival für Alte Musik, Neue Musik und audiovisuelle Kunst bringt während zehn Tagen über 50 Künstler auf Schloss Werdenberg. Wie die künstlerische Leiterin Mirella Weingarten bei der gestrigen Präsentation des Programms sagte, reagieren die Künstler auf das Thema auf ihre jeweils eigene Weise und spielen damit. Flüchtlinge, Randständige, Ränder als Grenze, Mauern: So vielfältig sind die Ansätze, welche nicht nur geographisch, sondern auch gesellschaftlich, künstlerisch und vor allem musikalisch umgesetzt werden.

«Gehörlos» zur Musik

Helmut Oehring, der als Sohn gehörloser Eltern in der Welt der Gebärden aufwuchs, ist ein gutes Beispiel, was am Rande der kommunikativen Welt möglich ist. Er wird als «sinnlicher Komponist» drei Werke zur Uraufführung bringen. Daniel Wetzel von der Theater-Künstlergruppe Rimini Protokoll lässt in seiner akustisch-visuellen Performance seine Gäste in die Rollen von jungen Flüchtlingen schlüpfen, die sich über den Grenzfluss Evros nach Griechenland durchgeschlagen haben.

Zwei Schwinger im Einsatz

Gleich zwei Landesgrenzen überschreitet die Schlossmediale, um zu ihrem «Gastspielort», das Montforthaus in Feldkirch, zu gelangen. Dort treffen sich Schweizer, Vorarlberger und süddeutsche Musiker zu einer ungewöhnlichen Co-Produktion. Bei diesem Anlass überschreitet sogar der urschweizerische Schwingsport buchstäblich seine Landesgrenzen, stehen sich doch Thomas Sutter und Raphael Zwyssig im Sägemehl gegenüber, unterlegt mit Klängen der Jodlerin Nadja Räss und des Schwyzerörgeli-Virtuosen Markus Flückiger.

«Ich Biene – ego summ» ist ein musikalisch-komisches Bühnensolo von Jürg Kienberger über das Leben und Sterben der Bienen. Der Musiker spielt dieses szenische Konzert auf dem Flügel von Frida Hilty, der letzten Bewohnerin des Schlosses.

Diese wenigen Beispiele aus dem Festival-Programm zeigen, wie vielfältig sich das Thema «Randerscheinungen» umsetzen lässt. • LOKAL 5

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