Völlig zu Unrecht ein schlechtes Bild

Flugzeug nach Genf entführt Ausgabe vom 18. Februar 2014

Hptm Markus Vogt, Winterthur, Präsident der Gesellschaft der Offiziere der Luftwaffe & Sektion Ostschweiz
Drucken
Teilen

Wer die Medienberichte über die Entführung eines Passagierflugzeuges der Ethiopian Airlines verfolgt, erhält ein schlechtes Bild der Schweizer Luftwaffe. Dies völlig zu Unrecht. Im Kern der Diskussion steht die nicht permanent zur Verfügung stehende Luftraumüberwachung mit Interventionsmitteln.

Im Jahr 2010 wurde dem Bundesrat der parlamentarische Auftrag erteilt, die Intervention mit Fliegerkräften im Luftraum sicherzustellen. Das unter dem Namen «Ilana» gestartete Projekt wurde anlässlich der Reduktion des Kreditrahmens von 5 Milliarden auf 4,7 Milliarden Franken (was ebenfalls entgegen eines parlamentarischen Auftrags war) gestoppt. Es ist nicht die Fähigkeit der Luftwaffe, sondern der politische Wille, welcher es nicht zulässt, dass in unserem Luftraum nicht während sieben Tagen die Woche und 24 Stunden am Tag mit Interventionsmitteln agiert werden kann.

Unsere Luftwaffe hat im Januar dieses Jahres auf eindrückliche Art und Weise bewiesen, dass sie befähigt ist komplexe Einsätze durchzuführen. Zum ersten Mal seit Ende des Zweiten Weltkrieges hat sie gleichzeitig zwei Operationen durchgeführt. Namentlich der Schutz des World Economic Forums zeitgleich mit dem Schutz der Syrien-Friedenskonferenz in Montreux. Die Leistungen und die Zusammenarbeit zwischen den Berufsmilitärs aller Staaten und unserer Milizformationen war hochgradig professionell und beeindruckend.

Der Vorfall vom vergangenen Montag in Genf unterstricht die Wichtigkeit einer Luftwaffe für einen souveränen Staat. Dass diese dann materiell gut ausgerüstet und personell alimentiert werden muss, ist nichts anderes als eine analytische und logische Schlussfolgerung.

Aktuelle Nachrichten