Vier der neun Poststellen werden wohl geschlossen

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Die Gemeinde Wartau kündigt Widerstand an gegen die Schliessung der Post Trübbach (Bild). (Bild: Armando Bianco)

Die Gemeinde Wartau kündigt Widerstand an gegen die Schliessung der Post Trübbach (Bild). (Bild: Armando Bianco)

RegionDie Postfilialen in Trübbach, Haag, Gams und Wildhaus werden wahrscheinlich geschlossen. Dies geht aus der gestrigen Mitteilung der Post hervor. Der Betrieb der Poststellen in Buchs, Sevelen, Grabs, Unterwasser und Sennwald hingegen ist bis ins Jahr 2020 garantiert.

Die Post hat in den letzten Wochen die Ergebnisse der Restrukturierung ihres Filialnetzes tranchenweise bekannt gegeben. Gestern war der Kanton St. Gallen an der Reihe. Das Ergebnis: Knapp die Hälfte der Poststellen soll geschlossen werden. Konkret steht bei 31 der aktuell 72 Filialen eine Einzelfallprüfung an.

Er wolle nichts beschönigen, erklärte Thomas Baur, Leiter Poststellen und Verkauf bei der Post, gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Bei den nun folgenden Gesprächen mit den Gemeinden zu den 31 zu überprüfenden Filialen gehe es vor allem noch um die Modalitäten der geplanten Aufhebung. Diskutiert werde etwa darüber, ob es einen Partner für eine Postagentur gebe und ob noch bauliche Fragen geklärt ­werden müssten. Spielraum gebe es etwa auch beim Zeitpunkt der Schliessung. Ersatzlose Schliessungen solle es nicht geben.

Der Gemeindepräsident von Wartau, Beat Tinner, kündigt Widerstand an: «Die Gemeinde Wartau wird sich zur Wehr setzen. Im Frühjahr 2017 wurde die Post Azmoos geschlossen. Die Gemeinde hat dies akzeptiert unter der Bedingung, dass die Poststelle Trübbach erhalten bleibt. Sennwald und Sevelen bleiben ja auch bestehen und die Gemeinden sind etwa gleich gross wie Wartau».

Der Sennwalder Gemeindepräsident ist etwas milder gestimmt. Er schätzt es, dass die Post frühzeitig das Gespräch suchte und die Gemeinde immer wieder informiert hat. «Der Gemeinderat musste einsehen, dass sich die Zeiten gewandelt haben. Deshalb hat er in Haag auch der angedachten Lösung mit einer Postagentur zugestimmt. Der Gemeinde ist es jedoch wichtig, dass für die Industrie individuelle Lösungen wie Direktbedienung gefunden werden. Zudem sollen auch für Privatkunden die Postfächer erhalten bleiben.»

Der Gemeindepräsident von Wildhaus-Alt St. Johann, Rolf Züllig, kann die unternehmerischen Entscheide der Post grundsätzlich nachvollziehen. «Dennoch versuchen wir, uns so gut wie möglich zu verteidigen, wenn auch mit geringen Erfolgschancen. Auf die leichte Schulter nehmen wir die Schliessung nicht.»

«Das ist vermutlich der Lauf der Zeit», sagt Fredy Schöb, Gemeindepräsident von Gams. Er sieht in der angekündigten Schliessung aber auch eine Chance für einen Detailhändler, sollte dort eine Postagentur eröffnet werden. (ch/sda)9