Verzicht auf Suchtmittel

Die regionalen Kodex-Vereine motivieren Oberstufenschüler, nicht zu rauchen und keinen Alkohol zu trinken. In der nächsten Zeit werden Jugendliche für ihren Durchhaltewillen mit einer Bronze-, Silber- oder Goldmedaille belohnt.

Sabine Schmid
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Dieses Jahr werden elf Goldmedaillen verliehen, dazu 13 Silber und 58 Bronze. (Bild: pd)

Dieses Jahr werden elf Goldmedaillen verliehen, dazu 13 Silber und 58 Bronze. (Bild: pd)

TOGGENBURG. Nein zu sagen erfordert von den Oberstufenschülern Mut und Durchhaltewillen. Sagen sie Nein zu Alkohol, Tabak oder anderen Suchtmitteln, werden sie dafür vom Kodex-Verein mit einer Auszeichnung und einem Diplom belohnt.

Drei Stufen bis zu Gold

Die Kodex-Vereine sprechen die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe an. «Wir arbeiten mit den Schulen zusammen, aber unser Angebot gehört nicht zur Schule», erklärt Susanne Graf, Präsidentin des Kodex-Vereins Ebnat-Kappel-Nesslau. Jeweils im Februar besuchen Studenten der pädagogischen Hochschule die ersten Oberstufenklassen und stellen den Schülern die Idee von Kodex vor. Danach können sich die Jugendlichen selbständig anmelden. Nach einem Jahr können sich diejenigen Schüler melden, die während einem Jahr auf Suchtmittel verzichtet haben. «Sie werden dafür an einer besonderen Gala ausgezeichnet», sagt Susanne Graf. Gleich an diesem Abend können sich die Schüler zum Weitermachen anmelden. Ein zweites Jahr mit Verzicht wird mit der Silbermedaille belohnt. Nach drei Jahren ohne Suchtmittel gibt es die Goldmedaille. Zudem dürfen die Jugendlichen mit der Goldauszeichnung einen Baum pflanzen. Die Erfahrung zeigt, dass sich die Zahl der Auszuzeichnenden jedes Jahr etwa halbiert. Dennoch: die Auszeichnungen können sich lohnen, denn die Jugendlichen können die Diplome für die Lehrstellensuche nutzen.

Susanne Graf möchte die Schüler für ihren Durchhaltewillen belohnen, darum verpackt sie die Diplomübergabe in einen lässigen Galaabend, zu dem auch die Eltern eingeladen sind. Die Jugendlichen dürfen über einen roten Teppich schreiten, der Anlass wird musikalisch umrahmt und mit einem Apéro eingeleitet. In diesem Jahr werden die Jugendlichen von Wattwil zum Galaabend vom Freitag, 18. März, in der evangelischen Kirche ebenfalls eingeladen sein. In diesem Jahr werden so 80 Jugendliche aus dem Gebiet zwischen Wattwil und Wildhaus ausgezeichnet. Als besonderer Gast wurde der Psychiater und Psychotherapeut Sebastian Lorenz als Referent eingeladen. Er werde den Jugendlichen, ihren Eltern und weiteren Interessierten zeigen, wie Suchtmittel auf das Gehirn von Teenagern wirken.

Längerfristige Wirkung

Jugendliche lernen einen vernünftigeren Umgang mit Suchtmitteln, wenn sie möglichst lange auf deren Konsum verzichten. Kodex sei ein gutes Mittel, um dies zu erreichen. Dies motiviert Susanne Graf zur Mitarbeit im Kodex-Verein. Sie hofft, dass sich bald weitere Freiwillige zur Mitarbeit melden, damit die Idee und die Prävention in die Zukunft getragen werden. Dazu meint sie: «Das Konzept ist erarbeitet und der zeitliche Aufwand ist relativ gering. Die Wirkung des Engagements ist jedoch sehr gross. Wenn wir mit dem Programm nur eine Person von einem Abrutschen in Sucht und Abhängigkeit bewahren, ist es jeden Aufwand wert. Wir betreiben Prävention vor persönlichen Krisen und noch viel grösseren Ausgaben der Gemeinden im Sozialwesen.»