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«Vertrauensbildende Anlässe»

Viele Personalabgänge und Neuerungen sorgten im Haus Wieden in Buchs für Unruhe. Gegensteuer gibt das Betagtenheim nun mit einem Lob- und Beschwerdemanagement, das Angehörigen und Mitarbeitern vorgestellt wurde.
Heini Schwendener
Heimleiter Othmar Füglister bei der Mitarbeiter-Information am Freitagabend im Haus Wieden in Buchs. (Bild: pd)

Heimleiter Othmar Füglister bei der Mitarbeiter-Information am Freitagabend im Haus Wieden in Buchs. (Bild: pd)

BUCHS. Insgesamt fast 60 Angehörige von Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses Wieden folgten der Einladung von Heimleitung und Betriebskommission zu drei Infoabenden über das neue Lob- und Beschwerdemanagement, das im Haus Wieden Einzug hält. Dies einerseits als Reaktion auf die Unruhen, die durch eine Vielzahl von Leserbriefen, zahlreiche Personalabgänge und rasche Veränderungen im Haus Wieden entstanden sind. Andererseits ist das Lob- und Beschwerdemanagement aber auch zentral im Hinblick auf die Zertifizierung des Betagtenheims, die bis 2018 über die Bühne gehen muss.

Die Wogen geglättet

Schönreden mag Gemeinderat Heinz Rothenberger, der seit einiger Zeit die Betriebskommission verstärkt und die Zertifizierung mit vorantreiben soll, nichts: «Insbesondere einer der Abende war sehr emotional, es kam zu einer richtigen <Chropfleereta>. Der Anlass dauerte viel länger als vorgesehen.» Den Wieden-Verantwortlichen sei es aber gelungen, die Wogen zu glätten, das gegenseitige Verständnis zu fördern und Vertrauen aufzubauen, sind Heinz Rothenberger und Heimleiter Othmar Füglister überzeugt. Der Gemeinderat betont weiter: «Wir konnten einige Vorwürfe aus den Leserbriefen richtigstellen. Und es hatte an diesen Abenden auch Platz für eine Entschuldigung seitens des Gemeinderates und der Betriebskommission, die in der Vergangenheit sicher auch Fehler gemacht haben.»

Den Angehörigen wurde versichert, dass ihre Anregungen und Beschwerden direkt beim Heimleiter landen, dass er für die Triage zu den Bereichsverantwortlichen sorgt, und dass ein Kontrollsystem mit akribischer Dokumentation aller Schritte gewährleistet, dass Probleme nicht irgendwo versanden, sondern auch wirklich und überprüfbar angegangen und gelöst werden.

Inzwischen hat Heimleiter Othmar Füglister, der seine Stelle im März angetreten hat, in Absprache mit dem Kader bereits viele Defizite in den Betriebsabläufen behoben.

Das Tempo, mit der diese Neuerungen umgesetzt wurden, hat offenbar auch Mitarbeitende brüskiert. Es war wohl mit ein Grund für einige Kündigungen.

Die Angehörigen ernst nehmen

Aufmerksam gemacht wurden die Angehörigen der Wieden-Bewohner auch auf die Ombudsstelle des Kantons, die Ansprechpartnerin für Betagte und deren Angehörige bei Konflikten ist. Für Heinz Rothenberger waren die drei Infoabende vertrauensbildend, und damit ein Erfolg. Er ist überzeugt: «Die Angehörigen haben die Einladung und unsere offene Information geschätzt und sie fühlten sich ernst genommen. Am Schluss sind wohl alle zufrieden nach Hause gegangen.»

Mitarbeitende informiert

Am vergangenen Freitag wurde auch den Mitarbeitenden das Lob- und Beschwerdemanagement vorgestellt. Rund 100 der insgesamt 138 Mitarbeitenden wohnten der Veranstaltung bei. Dabei erläuterte Othmar Füglister, er setze auf flache Hierarchien und den offenen Dialog. Probleme müssten zuerst mit den unmittelbar Vorgesetzten besprochen werden. Sind diese jedoch Teil des Problems, kann eine Hierarchiestufe übersprungen werden. Auch hier gilt gemäss dem Heimleiter, dass jede Anregung oder Beschwerde ernst genommen und der Umgang damit dokumentiert werde.

Externe Anlaufstelle

Helfen all diese Massnahmen nichts, steht den Wieden-Mitarbeitenden neu die Möglichkeit offen, sich an die Firma Movis zu wenden, eine unabhängige, vertrauliche und kostenlose Anlaufstelle, die professionelle Unterstützung und fachliche Informationen bei betrieblichen und persönlichen Problemen zusichert. Das Mandat ist dieser Anlaufstelle im Auftrag des Gemeinderates erteilt worden.

Für Heimleiter Othmar Füglister ist klar: «Wir sind eine lernende Institution. Alle 138 Leute, die hier arbeiten, werden dafür bezahlt, das Leitbild des Hauses Wieden zu leben. Wir sind ein Dienstleistungsanbieter, für den das Wohl unserer Bewohnerinnen und Bewohner an oberster Stelle steht.»

Um dem hohen Anspruch gerecht zu werden, brauche das Heim unbedingt Ruhe, so Gemeinderat Heinz Rothenberger. Das Lob- und Beschwerdemanagement könne dazu beitragen. An den Infoveranstaltungen für die Angehörigen und die Mitarbeitenden haben die Verantwortlichen des Heims dafür geworben. Sie sind überzeugt, dass ihre Botschaft angekommen ist, ihre Massnahmen zunehmend verstanden werden und dem Haus wieder ruhigere Zeiten bevorstehen.

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