Verkehr im Toggenburg bereitet Sorgen

Die stete Zunahme des Individualverkehrs, der verdichtete öffentliche Verkehr und die daraus resultierenden Konflikte an Knotenpunkten wie Bahnübergängen beschäftigten die Mitglieder des TCS Toggenburg an ihrer Hauptversammlung.

Urs M. Hemm
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WATTWIL. Mit Sorge beobachtet Fredy Kull, Präsident des TCS Regionalgruppe Toggenburg, die Zunahme des Verkehrs im Tal und damit der stockenden Autokolonnen, die sich durch die Dörfer quälen. «Die Umfahrung Bazenheid hat zwar für Bazenheid selbst Entlastung gebracht. Dafür stehen die Automobilisten jetzt in Bütschwil im Stau», so Kull. Mit dieser Äusserung hatte er die volle Aufmerksamkeit der 132 Anwesenden an der 82. HV der TCS-Regionalgruppe Toggenburg, die am Freitag im Thurpark abgehalten wurde.

Staupunkt Bahnübergang

Die Verkehrsstatistik des Kantons St. Gallen zeige zwar auf, dass der Verkehr im 2013 durchschnittlich lediglich um 0,3 Prozent zugenommen habe. «Vergleicht man aber die Zahlen zwischen 2006 und 2013, stellt man fest, dass namentlich die Zählstationen zwischen Bazenheid und Wattwil Zunahmen von 10,8 Prozent in Bütschwil Bächli bis 22,1 Prozent in Wattwil Wis zu verzeichnen hatten», erläuterte Fredy Kull. Verschärfend komme insbesondere in Bütschwil hinzu, dass bei den öffentlichen Verkehrsmitteln in den letzten Jahren kontinuierlich der Halbstundentakt eingeführt wurde. «In Bütschwil haben wir nun die Situation, dass bei zwei Verbindungen talaufwärts respektive talabwärts alle 15 Minuten die Schranken geschlossen werden.» Da Bütschwil jedoch einen Bahnübergang sowohl am Dorfeingang als auch beim Dorfausgang habe, resultiere, dass alle sieben Minuten entweder auf der einen oder auf der anderen Seite der Bahnübergang geschlossen sei. «Bei täglich 37 Verbindungen Richtung Wil und 37 Verbindungen Richtung Nesslau bedeutet das bei einer Wartezeit von durchschnittlich zwei Minuten, dass der Verkehr während fünf Stunden durch die Barrieren aufgehalten wird», rechnete Fredy Kull vor. «Wie soll hier der individuelle Verkehr funktionieren?», fragte er in die Runde und forderte die zuständige Bundesrätin Leuthard auf, in dieser Sache endlich zu handeln.

Besser als budgetiert

Die Rechnung 2013 schliesst mit einem Mehraufwand von knapp 5700 Franken und damit rund 2300 Franken besser als budgetiert ab. Dies sei gut verkraftbar, verfüge der Verein nach Abzug des Ausgabenüberschusses doch noch immer über ein Vermögen von rund 63 500 Franken, sagte Fredy Kull. Im Budget 2014 ist ein Aufwandüberschuss von 2700 Franken vorgesehen. Das Budget 2014 sowie die Rechnung 2013 wurde von den 83 Stimmberechtigten einstimmig genehmigt und den Chargierten Entlastung erteilt.

In seinem Jahresbericht hob Fredy Kull vor allem die Toggenburgermesse TOM Anfang Mai hervor, an der der TCS mit einem Stand vertreten war. «Den nicht ganz idealen Standort versuchten wir durch einen repräsentativen Stand im neuen TCS-Gelb wettzumachen, was uns sehr gut gelang.» Ebenfalls im Mai konnte der Schülerverkehrsgarten in der Grüenau in Wattwil mit rund 500 Schülerinnen und Schülern durchgeführt werden. Zudem absolvierten in den Monaten Juni und September in Nesslau und Ebnat-Kappel wiederum etwa 300 Sechstklässler die Radfahrerprüfung. Übers ganze Jahr verteilt fanden darüber hinaus zahlreiche Anlässe statt, die «der Pflege der Kameradschaft» dienen, wie beispielsweise der Sonntagsbrunch auf Iltios oder der TCS-Ball in St. Gallen.

Vorstand bestätigt

Da für die neue Amtsperiode 2014/17 im Vorstand keine Rücktritte vorlagen, wurde dieser von den Vereinsmitgliedern in corpore bestätigt. Es sind dies Ernst Kengelbacher (Vizepräsident), Annelies Durscher (Aktuarin) sowie Daniela Rüthemann (Kassiererin). Ferner Peter Britt, Rudolf Geisser und Christoph Stolz. Peter Kull wurde per Akklamation für eine weitere Amtsperiode als Präsident wieder gewählt.