Vereinsauflösung ist beschlossene Sache

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WangsAnlässlich der 19. Hauptversammlung stand bei der Interessengemeinschaft für Menschen mit Behinderung (IGMB)neben den üblichen Jahres­geschäften der Antrag zur Auflösung des Vereins auf der Traktandenliste. Gut ein Drittel der Mitglieder war erschienen, um über das krasseste Traktandum, das ein Verein zur Diskussion stellen kann, zu entscheiden: die Auflösung. Nun ist es klar: Die 20. Vereinshauptversammlung im kommenden Jahr wird die letzte sein. Mit deutlicher Wehmut, aber auch mit überraschender Einstimmigkeit wurde beschlossen, dass man den Verein anlässlich der 20. HV im Frühling 2018 würdevoll zu Grabe tragen wird.

Diesem Entscheid ging kein Streit voraus und es war auch keine Amtsniederlegung des Vorstandes. Die Diskussion zum Traktandum machte deutlich, dass die organisierten Anlässe von den Mitgliedern nur noch spärlich besucht wurden. Aus Kindern mit Behinderung waren Erwachsene geworden, die in diversen Institutionen eine neue Lebensstruktur gefunden hatten und für die auch dort allerlei ­Anlässe organisiert werden. Von daher waren die liebevoll organisierten Vereinsanlässe stetig ­weniger genutzt worden. Zwei Austritte und fünf Ausschlüsse untermauerten diese Tatsache deutlich. Ausserdem wurde klar, dass man heute für ein Kind mit Behinderung eine Fülle an Ausbildungs- und Förderangeboten über das Internet finden kann. Hilfe oder Beratung dabei sind nicht mehr nötig. Das war vor ­ 20 Jahren, als der Verein gegründet wurde, noch nicht der Fall.

Den Statuten entsprechend wird das danach noch verbleibende Vereinskapital an Institutionen mit gleicher Interessenlage gespendet. (kw)