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VERALTETE FAHRZEUGE: "Diese Klapperkisten - eine Zumutung": Kritik an Postautos auf der Linie Buchs - Wattwil

Es klappert, vibriert und rumpelt, und oftmals funktioniert die Heizung nicht: Das behauptet ein Passagier über Postautos, die auf der Fahrt von Buchs ins Toggenburg eingesetzt werden. Postauto Schweiz wehrt sich gegen die Kritik - und verspricht gleichzeitig Besserung.
Thomas Schwizer
Einer der kritisierten Doppelstöcker bei der Abfahrt am provisorischen Busbahnhof in Buchs in Richtung Toggenburg. (Bild: Thomas Schwizer)

Einer der kritisierten Doppelstöcker bei der Abfahrt am provisorischen Busbahnhof in Buchs in Richtung Toggenburg. (Bild: Thomas Schwizer)

Es sei eine Zumutung, wenn die Tourismusregion Obertoggenburg "mit diesen Klapperkisten" erschlossen werde, schreibt Thomas Ruggli aus Grabs. Er berichtet auch von einem "sehr unangenehmen Klappern, Vibrieren und Rumpeln", wenn ein Doppelstock-Postauto im Standgas an der Haltestelle warte. Zudem brauche es Glück, dass die Heizung funktioniere.

Ruggli zweifelt gar an der Verkehrssicherheit der fünf "uralten" Doppelstöcker, die zwischen Nesslau und Buchs verkehren. Als Beispiel nennt er eine Fahrt vom Samstagnachmittag, als der Chauffeur einen der Doppelstöcker auf der Fahrt von Wattwil nach Grabs in Nesslau wegen Bremsproblemen umtauschen musste. Die Medienstelle von Postauto Schweiz bestätigt auf Anfrage ein "kleines Problem mit den Bremsen", weshalb man sicherheitshalber einen Fahrzeugwechsel durchgeführt habe.

"Das möchte ich nicht erleben"

Doch Ruggli, der mehrmals pro Woche diese Doppelstock-Postautos auf der Route durch Obertoggenburg benutzt, traut der Sache nicht mehr ganz und stellt fest: "Ein Bremsversagen im Simmitobel möchte ich nicht erleben."

Postauto Schweiz beruhigt und entgegnet, dass die Fahrzeuge jährlich durch das Strassenverkehrsamt geprüft würden, auch in Bezug auf die Verkehrssicherheit. Die Sicherheit der Passagiere sei jederzeit gewährleistet gewesen, versichert Postauto Schweiz. Er fordert, diese Fahrzeuge seien endlich zu ersetzen.


Keinen Lieferanten gefunden

Im Normalfall beträgt die Einsatzzeit von Postautos in der Schweiz zehn bis zwölf Jahre. Dass die fünf Doppelstöcker, die auf der Strecke Wattwil–Buchs bis zu ihrer Ausmusterung 14 Jahre fahren werden, begründet Postauto Schweiz auf Anfrage des W&O mit Lieferproblemen.

Man habe keinen Lieferanten gefunden, der die gewünschten Doppelstöcker der dritten Generation baut, schreibt die Medienstelle. Vor rund zwei Jahren habe man einen Lieferanten in Grossbritannien gefunden, der das neue Fahrzeug nach den Bedürfnissen von Postauto und gemäss den Schweizer Vorschriften herstelle.

"Werden jährlich überprüft"

Seit Mai 2017 verkehren zwei der neuen Doppelstöcker als Pilotbetrieb im Raum St.Gallen–Heiden. "Bis Ende 2018/Anfang 2019 werden die 19 bisherigen Ostschweizer Doppelstock-Postautos schrittweise durch neue ersetzt – dann auch im Obertoggenburg und in den Regionen Rorschach und Goldach", heisst es weiter.

Die Bezeichnung "Klapperkisten" für die älteren Fahrzeuge lässt Postauto nicht auf sich sitzen. Die vier "normalen", einstöckigen Maxi-Fahrzeuge auf dieser Strecke seien im Oktober neu angeschafft worden. Die fünf eingesetzten Doppelstöcker würden jährlich durch das Strassenverkehrsamt auf die Verkehrssicherheit überprüft.

Postauto bestätigt, dass es vereinzelte kritische Reaktionen von Fahrgästen an den alten Doppelstockbussen gab, die zwischen Wattwil und Buchs noch im Einsatz stehen. Zur Kritik am Komfort der bestehenden Doppeldecker-Flotte schreibt Postauto Schweiz, dass sich die alten und neuen Fahrzeuge diesbezüglich nicht allzu stark unterscheiden würden. Unterschiede gebe es allenfalls bei den Sitzen, zudem seien die neuen Fahrzeuge etwas leiser.

Die Heizung funktioniere nicht immer, lautet ein weiterer Kritikpunkt an den alten Fahrzeugen. Dazu heisst es: "Die Heizung funktioniert in der Regel in jedem eingesetzten Fahrzeug, ansonsten reparieren wir sie." Es könne aber sein, dass ein Fahrzeug aus einer Pause komme, dann sei es "im Innern sicher etwas kühler". Denn während der Pause laufe der Motor nicht, welcher die Heizung versorgt.

"Doppelstockbusse bieten mehr Komfort"

Dass auf der Strecke durch das Obertoggenburg überhaupt Doppelstock-Postautos eingesetzt werden, begründet Postauto Schweiz mit dem "Bekenntnis zum Komfort für den Fahrgast". Doppelstockbusse würden sich für kurvige, gut frequentierte Strecken eignen. Sie seien hier bequemer als Gelenkpostautos, da sie mehr Sitzplätze als diese aufweisen. Gerade im Winter seien die Doppelstöcker auf solchen Strecken zudem viel problemloser einsetzbar. Zudem würden sie eine kleinere Abstellfläche beanspruchen, heisst es in der Antwort der Postauto- Medienstelle.

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