Vater wehrt sich vor Gericht gegen Inzestvorwurf

St. Gallen/Region Ein deutscher Staatsangehöriger hat sich gestern wegen sexueller Handlungen mit einem Kind, Inzest und Pornographie vor dem Kantonsgericht St. Gallen verantworten müssen. Er bestritt in der Berufungsverhandlung sämtliche Vorwürfe.

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St. Gallen/Region Ein deutscher Staatsangehöriger hat sich gestern wegen sexueller Handlungen mit einem Kind, Inzest und Pornographie vor dem Kantonsgericht St. Gallen verantworten müssen. Er bestritt in der Berufungsverhandlung sämtliche Vorwürfe. Das Kreisgericht Sarganserland-Werdenberg sah es im Mai 2015 als erwiesen an, dass der 44jährige Beschuldigte seine damals zwischen acht und neun Jahre alte Tochter mehrfach sexuell missbraucht, Inzest begangen und pornographische Bildaufnahmen besessen hat. Es verurteilte ihn zu einer teilbedingten Freiheitsstrafe von drei Jahren. Ein Jahr sollte er im Gefängnis verbringen. Die restlichen zwei Jahre und eine Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 200 Franken sprach das Gericht mit einer Probezeit von zwei Jahren bedingt aus.

Video der nackten Tochter

Gegen dieses Urteil legte der sechsfache Vater Berufung ein und verlangte einen Freispruch von Schuld und Strafe. Er frage sich jeden Tag, weshalb die Tochter diese Geschichten erzählt habe. Sowohl die Vorwürfe gegen ihn als auch die pornographischen Bilder auf dem Laptop könne er sich nicht erklären. Seine Tochter habe das Gerät von den Schwiegereltern geschenkt bekommen. Es sei gut möglich, dass sich die Aufnahmen bereits auf dem Computer befunden hätten. Das Video, das seine Tochter nackt auf dem Sofa zeige, sei möglicherweise von den Kindern erstellt worden, als sie mit dem Au-Pair-Mädchen alleine zu Hause gewesen seien.

Aussagen in Zweifel gezogen

Niemand könne mit Sicherheit sagen, wann die Bilder auf den Computer geladen worden seien, betonte seine Verteidigerin. Die unerlaubten pornographischen Abbildungen könnten sich bereits auf dem Computer befunden haben, als er gebraucht in den Besitz der Familie gekommen sei.

Der Vater habe Schicht gearbeitet und gar keine Gelegenheit gehabt, die Tochter zu missbrauchen, da sowohl die kleineren Geschwister als auch das Au-pair-Mädchen bei Abwesenheit der Mutter im Hause gewesen seien. An den Aussagen des Kindes gebe es berechtigte Zweifel. Die Anklage beantragte eine Erhöhung der Freiheitsstrafe auf 4 Jahre. Das Urteil des Kantonsgerichts wird in den nächsten Tagen erwartet. (sda)