VADUZ/REGION: Phase der Unsicherheit beenden

Auch für «Grundversicherte» soll der Arztbesuch über der Grenze wieder frei sein, findet Liechtensteins Regierung.

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Seit sieben Jahren herrschte grosse Verunsicherung bei Patienten im Fürstentum Liechtenstein und in der Region Werdenberg sowie den angrenzenden Regionen der Schweiz. Trägt die Krankenkasse nun die Kosten der ambulanten Behandlung oder nicht. Zusätzlich verunsicherten Ende 2016 die Querelen um die Zulassung von Ärzten in der Obligatorischen Krankenversicherung (OKP) im Fürstentum Liechtenstein. Nachdem dieser Streit seit dem Frühling erledigt ist, folgt nun auch eine klare Regelung für die Erbringung ambulanter Gesundheitsleistungen über die «kleine» Grenze hinweg.

Bereits am 13. Januar 2017 hatten die Gesundheitsminister der Schweiz und Liechtensteins, Bundesrat Alain Berset und Regierungsrat Mauro Pedrazzini, eine Absichtserklärung unterzeichnet. Ziel war es, eine grenzüberschreitende ambulante Gesundheitsversorgung im Rahmen der obligatorischen Kranken­pflegeversicherung zu schaffen. Am 21. August wurde bekannt, dass die Verhandlungen zu einem entsprechenden bilateralen Abkommen abgeschlossen werden konnten.

Gestern Montag teilte das Amt für Information und Kommunikation in Vaduz mit, dass Liechtensteins Regierung das Abkommen gutgeheissen hat. Es muss noch von den Parlamenten beider Länder genehmigt werden. Der Liechtensteinische Landtag wird sich voraussichtlich noch dieses Jahr damit befassen.

Mit der Neuregelung des gegenseitigen freien Zugangs werde Rechtssicherheit für Patienten, Leistungserbringer und Krankenkassen geschaffen und die Praxis in der grenzüberschreitenden Leistungserbringung verbindlich geregelt, betont die Regierung in Vaduz.

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch