VADUZ/REGION: Das System funktioniert

91 Berufsleute, darunter auch etliche aus dem Werdenberg, erhielten am Dienstag im Beisein ihrer Familien und Freunde ihr Diplomzeugnis.

Susanne Quaderer
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13 von 91 Absolventen haben mit einem Notendurchschnitt von 5,3 oder besser abgeschlossen. Sie dürfen sich nun auf Schloss Vaduz ins Goldene Buch eintragen. (Bild: Daniel Schwendener)

13 von 91 Absolventen haben mit einem Notendurchschnitt von 5,3 oder besser abgeschlossen. Sie dürfen sich nun auf Schloss Vaduz ins Goldene Buch eintragen. (Bild: Daniel Schwendener)

Susanne Quaderer

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Vorgestern konnten die 91 Lehrabsolventen der technischen Berufe ihre Fähigkeitszeugnisse und Notenausweise entgegennehmen. Zehn von ihnen absolvierten nebenbei die lehrbegleitende Berufsmittelschule. Total schlossen 13 junge Berufsleute mit einem Gesamtnotendurchschnitt von 5,3 und besser ab und dürfen sich somit auf Schloss ­Vaduz in das Goldene Buch eintragen.

Der Liechtensteiner Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch gratulierte den Absolventen, mahnte aber gleichzeitig auch, dass die jungen Menschen jetzt nicht abwarten dürfen, sondern immer weitermachen sollen. «Dabei dürfen aber der Spass und die Freude nicht zu kurz kommen», sagte er. Da Liechtenstein keine natürlichen Rohstoffe wie beispielsweise Erdöl besässe, setze das Land auf das duale Bildungssystem, welches als «Rohstoff» Liechtensteins betrachtet werden könne. «Das Bildungssystem ist ebenso wertvoll und sorgt dafür, dass Liechtenstein auch in Zukunft auf bestens ausgebildete Fachkräfte zählen kann», sagte Risch vor den zahlreichen Anwesenden weiter. Wie gut das System funktioniere, zeige sich am beeindruckenden Medaillenspiegel an den Berufsweltmeisterschaften.

Sich Gedanken über die nächsten Schritte machen

Der Lehrabschluss sei ein stabiles Fundament, auf dem die jungen Leute aufbauen können, sagte Risch an der Lehrabschlussfeier der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer weiter. Die Absolventen kombinieren Wissen von zwei Seiten: «Sie sind weder reine Theoretiker noch reine Praktiker.» Risch betonte: «Liechtenstein zählt auf euch.» Im Musikfilm der Arbeitsgruppe Industrielehre (AGIL), der dem Publikum zum Schluss des Abends gezeigt wurde, singt und rappt ein Mann über die grossen Chancen, die eine technische Lehre birgt. Werner Kranz, Leiter Amt für Berufsbildung und Berufsberatung, verglich die Lehrausbildung mit einem Hürdenlauf: «Nach drei oder vier Jahren des Lernens haben Sie es mit dem heutigen Tage geschafft und eine wichtige Hürde im Leben gemeistert.» Diese Hürden, die von den Absolventen genommen werden mussten, gehören nun der Vergangenheit an. «Das Schwitzen und die Anstrengung während der Ausbildung haben sich gelohnt», sagte Kranz. Er betonte aber auch, dass die Berufsleute nun nicht stehen bleiben dürfen, sondern sich den neuen Herausforderungen des Lebens stellen müssen. Sie sollen sich Gedanken darüber machen, wie die nächsten Schritte aussehen sollen. Das bekräftigte er mit den Worten des amerikanischen Architekten Frank Lloyd Wright: «Der Preis des Erfolges ist Hingabe, harte Arbeit und unablässiger Einsatz für das, was man erreichen will.»

«Für einen Moment können Sie nun innehalten und den Erfolg geniessen», sagte Josef Beck, ­Geschäftsführer der Liechten­stei­nischen Industrie- und Handelskammer, gestern anlässlich der Lehrabschlussfeier. Beck erklärte, dass das duale Bildungssystem unter Druck gerate, weil viele Schüler sich für eine rein schulische Ausbildung entscheiden. «Das System muss weiter­hin gestärkt werden», bekräftige er.

Neben den erfolgreichen Lehrabsolventen konnten gestern auch 13 Berufsausbildner ihre Jubiläen feiern. LIHK-Präsident Klaus Risch sprach Worte des Dankes und nahm die Ehrungen vor. Während der gesamten Abschlussfeier sorgte die Band rund um Kurt Ackermann für die musikalische Untermalung. Beim Stehdinner konnten die Ab­solventen zusammen mit Fa­milien und Freunden sowie zahlreichen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft ihren Erfolg feiern.

Absolventinnen und Absolventen aus der W&O-Region

Anlagen- und Apparatebauer FZ: Martin Hess, Buchs (Ludwig Elkuch AG).

Logistiker FZ Lager: Cédric Chevalley, Trübbach (Hilti Aktiengesellschaft); David Wittwer, Buchs (Swarovski AG).

Physiklaborant Messtechnik: Berzad Jusufovic, Werdenberg (OC Oerlikon Balzers AG), BMS; Manuel Steiner, Buchs (OC Oerlikon Balzers AG).

Automatiker FZ: Jeremia Frick, Buchs (OC Oerlikon Balzers AG).

Elektroniker FZ: Martin Hanselmann, Sevelen (OC Oerlikon Balzers AG).

Konstrukteur FZ: Manuel Burkholder, Grabs (Thyssenkrupp Presta AG); Saqlain Chaudhury, Buchs (Thyssenkrupp Presta AG); Noel Dolder, Sax (Hilti Aktiengesellschaft), Note 5,3 und BMS; Jacqueline Hock, Grabs (Thyssenkrupp Presta AG); Fabian Manser, Grabs (Thyssenkrupp Presta AG); Kilian Senn, Grabs (Hilti Aktiengesellschaft), Note 5,3 und BMS; Adrian Thomann, Grabs (OC Oerlikon Balzers AG).

Polymechaniker FZ Profil G: Sandro Alpiger, Gams (Thyssenkrupp Presta AG); Perparim Cana, Buchs (OC Oerlikon Balzers AG); Predrag Markovic, Sennwald (Hoval Aktiengesellschaft); Tays Martin, Gams (Thyssenkrupp Presta AG); David Meili, Gams (Hilti Aktiengesellschaft); Philip Rahn, Azmoos (Hilti Aktiengesellschaft); Raphael Roduner, Buchs (Hoval Aktiengesellschaft); Tobias Tischhauser, Sevelen (OC Oerlikon Balzers AG); Jeorge Vetsch, Buchs (Hilti Aktiengesellschaft).

Polymechaniker FZ Profil E: Kevin Rüf, Buchs (Hilti Aktiengesellschaft); Joel Wieland, Trübbach (Hilti Aktiengesellschaft), Note 5,3 und BMS.

Produktionsmechaniker FZ: Sanemir Dolic, Buchs (OC Oerlikon Balzers AG); Rushon Rechi, Buchs (Optics Balzers AG).

Informatiker FZ Schwerpunkt Systemtechnik: Simon Dörig, Sevelen (Ivoclar Vivadent AG); Michael Meyer, Haag (Herbert Ospelt Anstalt), Note 5,3; Edward Salaj, Salez (Hilcona AG); Dominic Thöny, Sevelen (Telecom Liechtenstein AG).