VADUZ/BUCHS: Ja zur Velobrücke Räfis–Vaduz

Die Liechtensteiner Regierung hat den Kredit für die Mitfinanzierung des Landes an der Brücke für den Langsamverkehr zwischen der Rheinau bei Räfis und Vaduz zuhanden des Landtages verabschiedet.

Thomas Schwizer
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So soll die Brücke für Velofahrer und Fussgänger zwischen Räfis und Vaduz laut dem Wettbewerbs-Siegerprojekt aussehen.Visualisierung: PD

So soll die Brücke für Velofahrer und Fussgänger zwischen Räfis und Vaduz laut dem Wettbewerbs-Siegerprojekt aussehen.Visualisierung: PD

Thomas Schwizer

thomas.schwizer@wundo.ch

Mit dem Bau der Brücke für den Langsamverkehr soll Anfang 2018 begonnen werden, wenn bis dann sämtliche Finanzierungs­zusagen vorliegen. Die Fertig­stellung sei für den Winter 2018/2019 geplant. Das schreibt das Amt für Information und Kommunikation des Fürstentums Liechtenstein in einer Mitteilung vom Mittwoch. Damit eine Mitfinanzierung durch den Bund (Schweiz) erfolgt, muss der Bau vor Ende 2018 beginnen.

Die Regierung in Vaduz hat am Dienstag den Bericht und ­Antrag an den Landtag für die Subventionierung der Langsambrücke über den Rhein verabschiedet. Das Projekt ist Bestandteil des Agglomerationsprogramms Werdenberg-Liechtenstein. In dessen Rahmen wurden verschiedene mögliche Standorte neuer Rheinbrücken für den Radverkehr ­evaluiert. Primär wurde dabei der Fokus auf den Nutzen für die ­Berufspendler gelegt.

Mittelfristiges Ziel des Vereins Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein ist es, im Abstand von circa fünf Kilometern Brücken für Radfahrer und Fussgänger zu realisieren. Damit sollen die Pendler dazu motiviert werden, mit dem Velo statt mit dem Auto zur Arbeit zu fahren. Mit den zusätzlichen Brücken für Velofahrer und Fussgänger sollen im grenzüberschreitenden Verkehr attraktive Alternativen zu den Strassenbrücken geschaffen werden, die vor allem in den Stosszeiten verkehrsmässig sehr stark belastet sind.

Brücke Bendern–Haag zeitlich zurückgestellt

Laut der Mitteilung aus Vaduz von gestern Mittwoch weist der Brückenstandort Buchs-Räfis (Rheinau)–Vaduz (Obere Rüttigasse) das grösste Potenzial und damit auch das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis auf. Weitere Standorte seien bezüglich des Realisierungshorizontes zeitlich nach hinten geschoben worden. Das betrifft auch die Radverbindung Bendern–Haag. Hier sei es «technisch und betrieblich nicht sinnvoll, eine separate Rhein­brücke für den Langsamverkehr zu erstellen». Hier soll, so wird weiter ausgeführt, eine attraktive Lösung für Radfahrer mittelfristig mit der Optimierung des gesamten Rheinübergangs erfolgen.

Für die Beteiligung der Schweiz an diesen Massnahmen wurde eine Leistungsvereinbarung ­zwischen dem Bund und dem Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein abgeschlossen. Auf dieser Basis kann der Verein nun unter Mitfinanzierung durch den Bund, den Kanton St. Gallen, das Land Liechtenstein, die Stadt Buchs und die Gemeinde Vaduz die neue Rheinbrücke für den Langsamverkehr im Bereich Vaduz–Buchs/Räfis realisieren.

Im Rahmen des Projektwettbewerbs wurde für diesen Standort ein Siegerprojekt erkoren (W&O vom 29.10.2016). Auf dessen Basis sei mit Realisierungskosten von 4,48 Mio. Franken zu rechnen, teilte das Liechten­steiner Amt für Information und Kommunikation gestern mit. Demnach trage der Bund 35 Prozent der anrechenbaren Investitionskosten, die Gemeinde Vaduz und die Stadt Buchs würden ­einen Beitrag von jeweils knapp 600 000 Franken leisten, das Land Liechtenstein und der Kanton St. Gallen je knapp 1,1 Mio. Franken beisteuern.

Projektträger ist der Verein Agglomeration Werdenberg-Liechtenstein, die Projektleitung obliegt der Stadt Buchs und der Gemeinde Vaduz. Buchs und ­Vaduz sollen künftig auch für den Betrieb und Unterhalt dieser Brücke zuständig sein.