VADUZ/BENDERN: Debatte wird im Vorfeld angeheizt

Der Liechtensteinische Krankenkassenverband glaubt nicht an eine Kooperation zwischen Landesspital und Privatklinik Medicnova. Dafür gebe es zu wenig stationäre Fälle. Langfristig könne in Liechtenstein nur ein Spital wirtschaftlich überleben.

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Das Landesspital in Vaduz steht vor einer unsicheren Zukunft und braucht einen Nachtragskredit. (Bild: PD)

Das Landesspital in Vaduz steht vor einer unsicheren Zukunft und braucht einen Nachtragskredit. (Bild: PD)

Die Debatte um das in finanzielle Schieflage geratene Liechtensteiner Landesspital (LLS) nimmt weiter an Fahrt auf: In der kommenden Landtagssession, die heute Dienstag beginnt, stimmt das Parlament über einen Nachtragskredit für das Landesspital in Höhe von 2,5 Mio. Franken zur Sicherstellung der Grundversorgung und der Liquidität ab.

Der Liechtensteinische Krankenkassenverband (LKV) widerspricht in seinem Brief den Aussagen von Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini und LLS-Stifungsratspräsident Michael Ritter, dass das LLS zwar mit einem Rückgang der Fallzahlen aufgrund der ­Medicnova-Eröffnung gerechnet habe, aber von dessen Ausmass überrascht wurde: «Ebenso absehbar wie das Eintreten der Fallverschiebungen war der Umfang dieser», heisst es in dem LKV-Schreiben.

«Es werden zu wenig Patienten vorhanden sein»

«Konkurrenzstrategien führen unweigerlich zu Kosten- und Mengenausweitungen», schreibt der LKV. Letztlich würden diese Kosten immer dieselben tragen: nämlich das Volk, sei es als Prämien- oder als Steuerzahler. Es gehe eine «massive Mehrbelastung der Prämien- und Steuerzahler» mit den Konkurrenzstrategien einher. «Trotz aller zu erwartender Mengenausweitungen werden in unserem kleinen Land einfach zu wenig Patienten für zwei Spitäler mit breitem Grundversorgungsauftrag vorhanden sein», so der LKV weiter . Eine klare Absage erteilt der LKV den Ideen und Aussagen, dass sich das Landesspital auf Nischen konzentrieren solle, die andere Spitäler nicht anbieten: «Eine Nischenstrategie zu betreiben mit einzig den Bereichen, die sonst niemand anbietet, ist zum Scheitern verurteilt». Es gebe einen Grund, weshalb andere Spitäler gewissen Bereiche nicht anbieten: Sie seien schlicht unrentabel.

Keine konkrete Forderungen im Vorfeld gestellt

Eine konkrete Forderung enthält der LKV-Brief nicht. Gemäss Schreiben möchte der LKV im Vorfeld der Landtagsdebatte seine Position darlegen und schlägt sich dabei weder auf die eine (LLS) noch die andere (Medicnova) Seite. Der LKV erwähnt zudem die «Sorge um mangelhafte Qualität bei geringen Fallzahlen».

Nebst dem Nachtragskredit in Höhe von 2 Mio. Franken sind weitere Finanzspritzen für das LLS geplant: 2 Mio. Franken zusätzliche Unterstützung soll das Landesspital im ordentlichen Budget 2018 und 2019 erhalten. Im Herbst, so kündigte es Regierungsrat Mauro Pedrazzini an, folgt ein Investitionsantrag von rund 10 Mio. Franken für bauliche Massnahmen. (db)

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