VADUZ/BALZERS: Endspurt bei Sammlung

Rund zwei Drittel der benötigten Unterschriften gegen die Jubiläumsbrücke in Liechtenstein sind beisammen.

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Eine 240 Meter lange Hängebrücke über die «Nendlerröfi» bei Planken soll als bleibende Erinnerung im Rahmen der Feier für das 300-jährige Bestehen des Fürstentums Liechtenstein im Jahr 2019 realisiert werden.

Das Land und die elf Gemeinden haben sich dafür ausgesprochen und sind grundsätzlich bereit, entsprechende finanzielle Beiträge zu leisten. Pro Gemeinde würden diese gemäss Einwohnerschlüssel zwischen 14226 und 191186 Franken betragen.

Unterschriftensammlungen laufen gut

Trotzdem ist vorerst fraglich, ob diese Hängebrücke zustande kommt, welche symbolisch eine Verbindung zwischen dem Liechtensteiner Ober- und Unterland bilden soll. Denn kurz nachdem bekannt geworden ist, dass die elf Gemeinderäte hinter dieser Idee stehen und die jeweiligen finanziellen Beiträge sprechen, formierte sich Widerstand. Einerseits weil das Projekt generell kritisiert wurde, andererseits aus Natur- und Jägerkreisen.

Da in Vaduz und Balzers die Gemeindebeiträge die referendumsfähige Höhe überschreiten, wurden dort Unterschriftensammlungen gegen die jeweiligen Gemeindebeiträge gestartet (W&O vom 12. Juli). Laut dem «Liechtensteiner Vaterland» vom 25. Juli sind in den beiden Gemeinden bisher rund zwei Drittel der für das Zustandekommen des Referendums nötigen Unterschriften bereits beisammen.

Doch die Zeit drängt. Denn bis am 4. August müssen in Vaduz mindestens 441 gültige Unterschriften eingereicht werden, damit es zu einer Volksabstimmung über den Gemeindebeitrag kommt. In Balzers, wo 436 Stimmberechtigte das Referendumsbegehren unterzeichnen müssen, läuft die Frist für das Einreichen am 5. August ab.

Ein Vertreter der organisierenden «Überpartelichen Allianz pro Natur» wird vom «Vaterland» zitiert, es sei relativ einfach, die Leute dazu zu bewegen, ihre Unterschrift auf die Bögen zu setzen. Bürgerinnen und Bürger kämen sogar selbst auf die Organisatoren zu, um zu unterschreiben. Deshalb habe man derzeit keine Standaktionen oder Ähnliches geplant.

Sommerferien haben eine Bremswirkung

Das einzige Problem, das die Unterschriftensammler haben, ist die Abwesenheit zahlreicher Leute wegen der aktuellen Schulsommerferien. Sollte es deshalb mit der nötigen Anzahl knapp werden, sei es denkbar, dass man kurzfristig noch von Tür zu Tür zum Sammeln gehe, lassen sie verlauten.

Wenn die Sammlungen in den beiden Gemeinden erfolgreich sind, muss die jeweilige Gemeinde innerhalb von vier Monaten nach Einreichen des Referendumsbegehrens eine Abstimmung durchführen. Das wäre dann also spätestens im November der Fall. (ts)