VADUZ: Vaduz Classic – eine Klasse für sich

Vier Tage lang verwandelt sich das Städtle in eine einzigartige Oase, in der es klassischen Hörgenuss vom Feinsten gibt. Dafür sorgen Grössen wie der Stargeiger David Garrett ebenso wie hochkarätige Nachwuchskünstler.

Betina Stahl-Frick
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Betina Stahl-Frick

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Klassik, Folk, Jazz, R ’n’ B, Rock ’n’ Roll, Reaggae, Hip-Hop, Blues, Pop... die Liste von Musikstilen liesse sich schier endlos weiterführen. Grundsätzlich gibt es für Drazen Domjanic lediglich zwei Musikrichtungen – gute und schlechte. Dass er dem Publikum musikalische Qualität vom Feinsten bieten kann, hat er mit Konzerten des Sinfonieorchesters Liechtenstein mehrfach unter Beweis gestellt. Gemeinsam mit Michael Gattenhof und Marco Felder möchte er dieses Ziel erneut erreichen: Mit einem viertägigen Musikfestival in Vaduz, dem Vaduz Classic.

Neue Plattform für klassische Musik

Domjanic, Gattenhof und Felder bilden die Geschäftsleitung der Vaduz Classic Management Anstalt, die das Festival im Auftrag der Vaduz-Classic-Stiftung umsetzt. Gegründet wurde diese Stiftung mit Ernst Walch als Präsident bereits 2015. Weltklassik-Konzerte sind in Vaduz zwar nichts Neues, mit dem Festival soll nun eine neue Plattform für klassische Musik geschaffen werden.

Vier Tage lang können die Besucher von heute bis zum 27. August im Landesmuseum Vaduz, auf dem Rathausplatz sowie auf dem Marktplatz wahre Grössen und namhafte Talente geniessen. Zu Letzteren zählt zweifelsohne David Garrett, das wohl angesagteste und populärste Aushängeschild der Klassik-Welt. Der 35-jährige Deutsche – ausgezeichnet mit zahllosen internationalen Musikpreisen – spielt zusammen mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein unter der Leitung des renommierten Dirigenten Yaron Traub das Auftaktkonzert zu Vaduz Classic. «Ein absoluter Glücksgriff», sagt Michael Gattenhof. Aber: «Mit solchen Grössen läuft man als Veranstalter allerdings auch Gefahr, dass eine sehr hohe Erwartungshaltung für die Zukunft geschürt wird und die Nachwuchskünstler unter die Räder kommen», so der erfahrene Veranstalter. Und damit wäre das Ziel absolut verfehlt. «Stattdessen wollen wir Türen öffnen und die klassische Musik ohne Schwellenängste einem breiten Publikum, vor allem auch mit jungen Talenten, zugänglich machen», ergänzt Drazen Domjanic.

Entsprechend gestaltet sich das viertägige Programm: Auf den Stargeiger David Garrett folgt am nächsten Tag, am Freitag, ein Konzert des Sinfonieorchesters Liechtenstein mit musikalisch talentierten Ärzten und Zahnärzten aus aller Welt, dirigiert von Stefan Sanderling. Bereichert wird der Abend durch das Ensemble Esperanza – und aufgepasst: Mit dabei sein wird ein Überraschungsgast der Weltklasse! Den Namen dieser Künstlerin verraten die Veranstalter noch nicht.

Ein Highlight jagt das nächste

Am 26. August, am Tag der Jugend, sind die Talente der nächsten Generation an der Reihe. Zu hören sind sie im Landesmuseum und auf dem Rathausplatz. «Auf sie alle trifft ein einziges Wort am besten zu: Spitzenkünstler», sagt Dragen Domjanic. Und: An jenem Samstag wird es für die Besucher noch einen Leckerbissen geben, nämlich eine Vorpremiere der Liechtenstein Musical Company mit ihrer aktuellen Produktion «Daddy Cool», die ab September zu sehen ist. Den Abschluss dieses ersten Vaduz-Classic-Festivals macht am Sonntagvormittag ein Open-Air-Matineekonzert mit populären Ohrwürmern mit dem Sinfonieorchester Liechtenstein, dem Orchester Liechtenstein-Werdenberg, mit Schülern der Liechtensteinischen Musikschule und mit Mitgliedern des Ensembles Esperanza der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein.

Das Festival soll nicht einmalig bleiben. Die Veranstalter möchten es für die Zukunft in Vaduz etablieren. Hinter dieser Idee steht auch die Gemeinde und unterstützt das Vaduz Classic mit 750 000 Franken bis 2019 – das sind jährlich 250 000 Franken. Ausser der Gemeinde Vaduz stehen den Veranstaltern keine finanziellen Mittel von der öffentlichen Hand zur Verfügung, wie Marco Felder sagt.

Entsprechend hoch sei der Eigenfinanzierungsgrad. Daher sind die Veranstalter dankbar für das Engagement der Ivoclar Vivadent als Hauptsponsor und weiterer Co- und Konzertsponsoren. Trotzdem sind sie in hohem Masse auf den Ticketverkauf angewiesen. Über alle vier Tage erwarten die Organisatoren über 4000 Besucherinnen und Besucher.