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VADUZ: Seit 80 Jahren Bereitschaftspolizisten

Mit sieben Mann hat es angefangen, aber der Veränderung der Gesellschaft muss der für Sicherheit zuständige Staat Rechnung tragen. Ein Blick in die Geschichte und Entwicklung der Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein.
Henning von Vogelsang
Schon als es noch «Fürstlich Liechtensteinisches Sicherheitskorps» hiess, war das Verkehrsaufkommen so gross, dass die Polizei in Liechtenstein Kontrollen durchführte. (Bild: PD)

Schon als es noch «Fürstlich Liechtensteinisches Sicherheitskorps» hiess, war das Verkehrsaufkommen so gross, dass die Polizei in Liechtenstein Kontrollen durchführte. (Bild: PD)

Henning von Vogelsang

redaktion@wundo.ch

Die «Landespolizei des Fürstentums Liechtenstein» ist die einzige Polizeibehörde Liechtensteins und gemäss Polizeigesetz zu­ständig für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit, die Verfolgung von Straftaten, den Staatsschutz und die internationale Polizeizusammenarbeit. Darüber hinaus ist sie auch für den Betrieb des Gefängnisses ver­antwortlich. Was hier so einfach klingt, ist in Wirklichkeit aber eine bis ins Kleinste durchdachte und strukturierte Angelegenheit.

Das Konzept für die Einrichtung eines Sicherheitskorps als uniformierter und bewaffneter Zivilwachkörper zur Aufrechterhaltung von Ruhe, Ordnung und Sicherheit war bereits 1932 erarbeitet worden. Sieben Polizisten traten im April 1933 nach ihrer Ausbildung an der österreichischen Gendarmerieschule Bregenz ihren Dienst an und wurden im Regierungsgebäude in Vaduz einquartiert. Unterstützt wurden sie ab 1937, vor 80 Jahren also, durch einen stetig wachsenden Bestand an Hilfspolizisten, die heutigen Bereitschaftspolizisten. Es handelt sich dabei um eine Einheit nebenamtlicher Polizisten, welche als Unterstützung des Schichtdienstes sowie zur Bewältigung spezieller sicherheitspolizeilicher Lagen eingesetzt wird.

In dunkler weltpolitischer Situation entstanden

Offiziell gegründet wurde die liechtensteinische Polizei 1933 in einer Zeit, in der dunkle Wolken am politischen Himmel aufzogen und auch die liechtensteinische Bevölkerung zunehmend Unsicherheit und möglicherweise Bedrohung spürte, sodass man sich mit einer eigenen und sichtbaren, wenn auch noch zahlenmässig bescheidenen staatlichen Exekutivpräsenz wohler fühlen konnte. Die folgenden Ereignisse jener Zeit belegen, dass es heute umso beruhigender ist, dass die liechtensteinische Polizei modern aufgestellt und auch für aussergewöhnliche Einsätze ausgebildet ist. Dabei liess man sich nicht von der Entwicklung überraschen, sondern dachte vorausschauend.

Ende der 1950er-Jahre zeigte sich, dass die bestehende Struktur des Sicherheitskorps als Einheitspolizei nicht mehr zeit­gemäss war. Deshalb wurde zu Beginn der 1960er-Jahre vom damaligen Polizeichef Josef Brunhart eine Reorganisation eingeleitet, die 1964 von der Regierung genehmigt wurde. Der zunehmenden Internationalisierung der Polizeiarbeit wurde 1960 mit dem Beitritt zu Interpol Rechnung getragen.

Umgestaltung: Seit 22 Jahren gibt es auch Polizistinnen

Ende der 80er-Jahre wurde ein zeitgemässes Polizeigesetz erarbeitet und aufgrund der Ermordung des Chefs der Kriminalpolizei, Heinz Hassler, im Jahr 1986 die Interventionseinheit aus Po­lizeigrenadieren aufgebaut. Aus Platzmangel im Regierungsgebäude wurde ein neues, den Bedürfnissen einer modernen Polizeiorganisation angepasstes Polizeigebäude in Vaduz errichtet, das 1991 bezogen werden konnte.

1995 wurden die ersten Polizistinnen bei der Landespolizei vereidigt. 1997 fand eine Neuuniformierung statt, welche optisch den Wandel des Sicherheitskorps zur Landespolizei markierte.

Die Landespolizei informiert im Internet über sich wie folgt: «Wir sind rund um die Uhr für Sie im Einsatz und bewältigen vielfältige und komplexe Aufgaben. Im Kontakt mit der Bevölkerung übernehmen wir unsere Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben in Liechtenstein. Hilfsbereit bieten wir Schutz, informieren, koordinieren, sichern, klären auf und helfen dort, wo wir gebraucht werden.»

Im modernen Korps der liechtensteinischen Landespolizei sind über 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Hiervon sind über 80 als Polizeibeamte bedienstet. Die Organisation gliedert sich in das Kommando und die Abteilungen Sicherheits- und Verkehrspolizei, Kriminalpolizei sowie Kommandodienste. Die Einsatzzentrale der Polizei koordiniert die Ein­sätze mit Sicherheitskräften wie dem Rettungsdienst, der Feuerwehr oder der Berg- und Wasserrettung. Weiter schreibt die Landespolizei: «Im Kampf gegen die Kriminalität leisten wir organisierte Teamarbeit und verfügen über Spezialisten in den unterschiedlichsten Fachbereichen.» Unterstellt ist die Polizei dem Ministerium für Inneres, sie ist Mitglied bei Interpol, Europol und Schengen.

Die grösste Präsenz hat die Verkehrspolizei

Dass die Verkehrspolizei am stärksten im Bewusstsein der Öffentlichkeit vorhanden ist, liegt auch daran, dass die Sicherheits- und Verkehrspolizei die grösste Abteilung der Landespolizei ist. Die uniformierten Polizisten sind für die Aufrechterhaltung von Ordnung und Sicherheit zu­ständig.

Sie repräsentieren in ihren Patrouillenfahrzeugen die Landespolizei in der Öffentlichkeit und treffen bei allen polizeilich relevanten Ereignissen wie häuslicher Gewalt, Einbrüchen und Diebstählen, Sachbeschädigungen und Verkehrsunfällen die ersten Massnahmen vor Ort. Aber auch die öffentliche Sicherheit bei Grossanlässen wie Fussballspielen zu gewährleisten gehört zu ihren Aufgaben, sowie regelmässige Kontrollen und Kam­pagnen zur Prävention von Verkehrsunfällen.

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