VADUZ: Regulierung des Bestands «alternativlos»

Das Liechtensteiner Amt für Bevölkerungsschutz verteidigt in einer Mitteilung seine Massnahmen zur Regulierung des Biberbestandes im Hochwasserrückhalteraum Säga in Triesen. Auch künftig müssten sensible Gewässerabschnitte biberfrei gehalten werden, schreibt es.

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Rückhalteräume können «hochwasserschutztechnisch» laut dem Amt nur funktionieren, wenn sie biberfrei bleiben. (Bild: Archiv)

Rückhalteräume können «hochwasserschutztechnisch» laut dem Amt nur funktionieren, wenn sie biberfrei bleiben. (Bild: Archiv)

In der Debatte rund um die Regulierungsmassnahmen für den Biber im Fürstentum Liechtenstein hat sich gestern Dienstag das Amt für Bevölkerungsschutz des Fürstentums Liechtenstein zu Wort gemeldet. Es hält schriftlich fest, dass weder das Land noch die Gemeinden sich «aus Sicherheitsgründen einer verhältnismässigen Sicherung der besonders exponierten Bauwerke entziehen können». Damit bezieht sich das Amt auf die Bauwerke, welche wichtige Hochwasserrückhalteräume bilden.

Die Vorfahren im Land hätten auf eine zweite Binnenkanalmündung neben der heute einzigen in Ruggell verzichtet. Der Kanal als Hauptvorfluter des Landes sei über weite Strecken zu klein, um Hochwasserspitzen, wie sie statistisch gesehen alle 50 Jahre auftreten, schadlos ableiten zu können. Deshalb seien in den vergangenen zwei Jahrzehnten in Liechtenstein die bestehenden Semmleranlagen zu Rückhalteräumen bei Hochwasser ausgebaut worden. Dabei habe man die Anliegen des Naturschutzes besonders berücksichtigt.

Die Ansprüche des Bibers an den Lebensraum seien nicht mit den Grundfunktionen dieser Anlagen vereinbar. Er destabilisiere Dammbauten, staue Verbindungskanäle und Rückhaltebecken auf. Das sei nicht «mit dem sicheren Betrieb dieser sensiblen Schutzbauwerke» vereinbar. Die Verantwortlichen des Landes hätten «dem Schutz und der Sicherheit der Bevölkerung die entsprechende Bedeutung beigemessen». Für sie sei der Entscheid zur Regulierung des Biberbestandes im für Triesen und Vaduz besonders wichtigen Hochwasserrückhalteraum Säga alternativlos gewesen. Mehr noch: Hochwasserschutztechnisch sensible Gewässer müssten, auch wenn die Anlagen saniert würden, für die Sicherheit auch künftig biberfrei gehalten werden, stellt das Amt fest. (ts)