VADUZ: Herber Verlust für die FBP

Die Wahlen in Liechtenstein blieben spannend bis zum Ende. Dennoch gab es nur die Verschiebung eines Mandates. Adrian Hasler bleibt Regierungschef.

Günther Meier
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Nach dem Wahlresultat ein gefragter Mann: Adrian Hasler bleibt Regierungschef in Liechtenstein. (Bild: Eddy Risch/KEY)

Nach dem Wahlresultat ein gefragter Mann: Adrian Hasler bleibt Regierungschef in Liechtenstein. (Bild: Eddy Risch/KEY)

Günther Meier

Mit dem Slogan «Viel erreicht. Viel vor» marschierte Regierungschef Adrian Hasler in den Wahlkampf. Nicht alle Wählerinnen und Wähler waren offenbar der gleichen Meinung, denn die Fortschrittliche Bürgerpartei (FBP) musste am Wochenende einen Verlust von 4,8 Prozent hinnehmen. Immerhin aber reichte es für das erklärte Wahlziel, wiederum stimmenstärkste Partei zu werden. Damit wird der bisherige Regierungschef erneut mit der Regierungsbildung beauftragt und kann umzusetzen versuchen, was er noch alles vorhat. Das gleich lautende Ziel, als stimmenstärkste Partei aus den Wahlen hervorzugehen, verfehlte die Vaterländische Union (VU), die gerade 0,2 Prozent im Vergleich zum Wahlergebnis 2013 zulegen konnte. Ihr Spitzenkandidat Thomas Zwiefelhofer, der mit dem Versprechen «Mehr möglich machen» in den Wahlkampf gezogen war, vermochte die anvisierte Mehrheit der Wählerinnen und Wähler nicht zu überzeugen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Zwiefelhofer wiederum der neuen Regierung angehören, denn es wird erneut eine Koalitionsregierung geben. Gestern Abend wollte sich Zwiefelhofer noch nicht festlegen, doch hatte er vor den Wahlen klar erklärt, nur bei einem Stimmenverlust der VU nicht mehr zur Verfügung zu stehen.

Forsches Auftreten der Unabhängigen mit Wirkung

Nicht überraschend vermochten die Unabhängigen, die kein Wahlprogramm, sondern nur wenige «Positionen» vorgelegt hatten, ihre Stimmenbasis zu verbreitern. Ihre Angriffe auf die Koalitionsregierung und ihr forsches Auftreten, das ihnen den Vorwurf des Populismus von den Gegnern eintrug, verfehlte offensichtlich die Wirkung nicht. Zufrieden äusserten sich auch die Vertreter der Freien Liste über das Wahlergebnis, das ihnen ebenfalls einen Zuwachs bescherte. Die anvisierte Regierungsbeteiligung dürfte für die Grün-Alternativen allerdings noch ausser Reichweite liegen, denn FBP wie auch VU grenzten sich aus ideologischen Gründen klar von den Positionen der Freien Liste ab. 3