VADUZ: Drohnen-Verbot nach Balzers auch in Vaduz

Im Städtle hat es sich ausgesurrt. Drohnen dürfen ab dem 1. August nicht mehr über das Regierungs- und das Landtagsgebäude sowie über das Schloss Vaduz fliegen.

Stephan Agnolazza
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Im Städtle Vaduz und in Balzers dürfen Drohnen nicht mehr fliegen. (Bild: Benjamin Manser)

Im Städtle Vaduz und in Balzers dürfen Drohnen nicht mehr fliegen. (Bild: Benjamin Manser)

Am Liechtensteiner Himmel surrt es wie noch nie – und es dürfte weiter zunehmen. Mit dem Aufkommen der Technologie und dem Preiszerfall der kleinen, unbemannten Fluggeräte steigen immer mehr Drohnen in den Liechtensteiner Himmel. Vor allem im Hobby- und Freizeit­bereich nimmt deren Einsatz stark zu, wie Zahlen aus der Schweiz zeigen. Nicht zuletzt Fotografen und Filmer greifen auf Drohnen zurück, um spektakuläre Aufnahmen aus der Luft zu schiessen. Doch der Trend hat auch seine Schattenseiten, gerade wenn es um die Privatsphäre geht. Die Regierung greift deshalb ein. Sie hat an ihrer Sitzung vom 11. Juli beschlossen, für das Gebiet Regierungsgebäude, Landtagsgebäude sowie Schloss Vaduz eine ganzjährige Flugverbotszone für Drohnen zu erlassen. Gleichzeitig hat die Regierung für den Staatsfeiertag am 15. August für Teil­gebiete der Gemeinden Vaduz und Triesenberg (Rhein–Möliholzröfi–Meierhof–Bargella) in der Zeit von 8 bis 24 Uhr eine temporäre Flugverbotszone für Drohnen erlassen. Die Signalisation sowie die Publikation erfolge Mitte ­August, wie das Amt für Bau und Infrastruktur auf Anfrage vom «Vaterland» mitteilt.

Flugverbot ab dem 1. August in Teilen von Vaduz

Über die Gründe des Flugverbots über den Vaduzer Wahrzeichen kann aufgrund Ferienabwesenheiten nur spekuliert werden. Als wahrscheinlich gelten einerseits Bedenken, was die Privatsphäre der ansässigen Institutionen angeht, andererseits soll wohl die Gefahr durch herunterstürzende Drohnen auf Menschenmengen, gerade auf dem Peter-Kaiser-Platz, minimiert werden. Denn obschon Drohnen aus Sicherheitsgründen nicht ohne Spezialbewilligung über Menschen­mengen fliegen dürfen, passiert dies immer wieder. Das liegt daran, dass viele Drohnenpiloten kaum Bescheid darüber wissen, was erlaubt ist und was nicht.

In Balzers herrscht bereits ein Flugverbot

So dürften wohl die wenigsten wissen, dass die Gemeinde Balzers bereits als Flugverbotszone gilt, da sie sich in einem Umfeld von fünf Kilometern des Heli­kopterlandeplatzes befindet. Generell darf nicht näher als fünf Kilo­meter an einen Flughafen oder einen Hubschrauberplatz rangeflogen werden. Ausserdem darf man nicht über Menschenansammlungen mit mehr als zwei Dutzend Personen auf engem Raum fliegen. Wer also beispielsweise ohne Bewilligung die Hochzeitsfeier eines Freundes mittels Drohne filmt, riskiert eine Busse. Ein interessantes Detail findet sich bei der Versicherung der Drohne: Denn jede Drohne, welche mehr als 500 Gramm Gesamtgewicht hat, braucht eine Haftpflichtversicherung für allfällige Schäden im Umfang von mindestens einer Million Franken. Der Versicherungsnachweis muss auf den Piloten ausgestellt sein und beim Betrieb der Drohne mitgeführt werden. Das sind nur drei Beispiele, welche zeigen, wie schnell man sich als Drohnen­pilot strafbar macht.

Drohnen-Rennen von Flugverbot nicht betroffen

Die «Drone Champions League», welche vom 1. bis 3. September in Vaduz stattfinden wird, ist vom Flugverbot übrigens nicht be­troffen. Der Veranstalter hat eine entsprechende Bewilligung eingeholt.

 

Stephan Agnolazza

sagnolazza@medienhaus.li