VADUZ: Bisher keine Fälle von Radikalismus

Eine Studie zum Islam in Liechtenstein hält fest: Es ist in erster Linie Aufgabe der Moscheegemeinden, radikale Entwicklungen und ausländische Einflüsse zu unterbinden.

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Grundsätzlich zieht die vom Liechtenstein-Institut erarbeitete Studie ein positives Fazit des Ist-Zustandes im Land. Bisher seien in der Offenen Jugendarbeit im Fürstentum Liechtenstein keine Fälle von radikalisierten muslimischen Jugendlichen bekannt. Auch seien Imame und Moscheen in Liechtenstein nicht mit Hasspredigten und Aufrufen zur Gewalt gegen Andersdenkende in Erscheinung getreten. Für die Verhinderung radikaler Entwicklungen «wie auch ausländischer Einflüsse mit antiwestlichen und antidemokratischen Tendenzen» seien vor allem die beiden Moscheegemeinden gefordert, wird betont.

Die Studie im Auftrag der Ministerien für Gesellschaft und Inneres wurde gestern Mittwoch präsentiert. Sie stellt fest, dass mit muslimischem Religionsunterricht im Fürstentum Liechtenstein mehrjährige Erfahrungen gesammelt wurden. Das Schulamt bietet einen Wahlunterricht für Kinder mit islamischem Glaubensbekenntnis an, der unter staatlicher Kontrolle steht.

Seit den 1970er-Jahren ist der Anteil der Bevölkerung mit muslimischem Glauben in Liechtenstein kontinuierlich angewachsen. Aktuell beträgt er rund 6 Prozent und somit mehr als 2000 Per­sonen. Die Hälfte davon ist unter 30 Jahre alt. (ts)5