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VADUZ: Banker ergaunert über 10 Millionen

Das Sündenregister des 46-jährigen ehemaligen Vizedirektors der Bank Alpinum aus Schellenberg ist gemäss Anklage sehr lang. Derzeit beschäftigt die Bank Alpinum die Strafbehörden intensiv.
Patrik Schädler

Patrik Schädler

pschaedler@medienhaus.li

Am 24. Mai verhängte die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft gegen einen 46-jährigen Schellenberger, der als Vizedirektor bei der Bank Alpinum tätig war. Gestern konnte der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner den Abschluss der Untersuchung verkünden. Die Staatsanwaltschaft hat den Banker, der für seine schnellen Autos bekannt war, wegen der Verbrechen des gewerbsmässig schweren Betrugs, der Veruntreuung und der Geldwäsche sowie des Vergehens nach Art. 22 des Sportgesetzes und unter Übertretung nach dem Betäubungsmittelgesetz angeklagt. Die Anklage ist rechtskräftig. Es gilt die Unschuldsvermutung. «Als Betrug wird dem Mann zur Last gelegt, zwischen November 2006 und Mai 2017 andere Mitarbeiter der Bank durch fingierte E-Mails, gefälschte Vergütungsaufträge, fingierte Belege und gefälschte Schreiben getäuscht zu haben», schreibt die Staatsanwaltschaft.

13 Kunden der Bank geschädigt

Dadurch sind laut Anklage 13 Kunden der Bank mit mindestens 10,5 Millionen Franken geschädigt worden. Der Veruntreuung soll sich der Beschuldigte laut ­Anklage dadurch schuldig gemacht haben, dass er von Kunden der Bank 550 000 Euro, 30 000 Franken und 33 Goldmünzen ­entgegengenommen, dann aber nicht einbezahlt oder deponiert, sondern für sich selbst abgezweigt hat. Damit ist der Fall noch um einiges grösser, als es Brancheninsider im Juni erwartet haben. Damals stand eine ­Deliktsumme von fünf Millionen Franken im Raum. Stephan ­Häberle, CEO der Bank Alpinum, versprach aber bereits damals gegenüber der Zeitung «Wirtschaft Regional», dass die ­Kunden der Bank schadlos ge­halten werden. Zum ausschweifenden Lebensstil des Ange­klagten gehörten aber offenbar auch ­Drogen und Dopingmittel. Nebst Übertretungen nach dem Betäubungsmittelgesetz wird ihm auch ein Verstoss gegen das Sportgesetz vorgeworfen. Im ­Artikel 22 ist festgehalten: «Wer Mittel zu Dopingzwecken herstellt, einführt, ausführt, vermittelt, vertreibt, verschreibt, abgibt oder Methoden zu Doping­zwecken an Dritten anwendet, wird vom Landgericht wegen Vergehens mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft.» Wie der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner auf Anfrage des «Vaterlands» erklärt, hat der Ange­klagte leistungsfördernde Sub­stanzen zum Eigengebrauch nach Liechtenstein eingeführt. Wie Wallner weiter erklärt, ist der Angeklagte teilweise geständig. Der Termin für die Schlussverhandlung steht noch nicht fest. Der mögliche Strafrahmen für die ­Anklagepunkte liegt zwischen einem und zehn Jahren.

Angeklagter in U-Haft – 16 Tage auf freiem Fuss

«Der Beschuldigte befindet sich in Untersuchungshaft, die mit Beschluss vom 30. Oktober verlängert wurde», so Wallner. Das war nicht immer so. Am 7. Juli wurde der Angeklagte gegen eine Kaution aus der Haft entlassen. Er hatte beim Obergericht erfolgreich Haftbeschwerde eingereicht. Dagegen hat die Staats­anwaltschaft erfolgreich Revisionsbeschwerde eingereicht. Da­mit kam er nach 16 Tagen auf freien Fuss. Die Bank Alpinum beschäftigt die Strafbehörden derzeit intensiv. Gleich drei ­Mitarbeiter müssen sich vor ­Gericht wegen Betrug, Geld­wäsche oder Veruntreuung verantworten. Dies bedeutet jedes Mal, dass umfangreiche Beweismittel ausgewertet werden müssen. Auch im aktuellen Fall lobt Staatsanwalt Wallner diesbezüglich die Landespolizei: «Dass die Untersuchung trotzdem in nur fünf Monaten abgeschlossen werden konnte, ist auch der ­guten Arbeit der Polizei zu verdanken.»

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