Unzählige Pointen

Die Aufführung der Heimatbühne Werdenberg in der Mehrzweckhalle Grabs begeisterte. Mit dem Stück «Irrwäg im Alltag» hat Regisseur This Vetsch einen effektvollen Wurf gelandet.

Heidy Beyeler
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Vater Kilian reisst der jungen Dame das vermeintliche Corpus Delicti aus der Hand und hinterlässt seine Spuren. (Bild: Heidy Beyeler)

Vater Kilian reisst der jungen Dame das vermeintliche Corpus Delicti aus der Hand und hinterlässt seine Spuren. (Bild: Heidy Beyeler)

GRABS. Das Theaterstück «Irrwäg im Alltag» ist eine Komödie mit einer Portion Humor, angereichert mit einer Prise von Arglist und – vermeintlich – einer kriminellen Handlung. In der Mehrzweckhalle Grabs erschienen gut 200 Gäste, um die Eigenproduktion der Heimatbühne Werdenberg zu verfolgen.

Geprägt von Alltäglichkeiten

Der Auftakt lässt noch nicht erahnen, dass aus alltäglichen Sorgen unbeabsichtigt Verwirrungen entstehen, die sich zusehends zu einer absurden Situation entwickeln und schliesslich doch noch zu einem glücklichen Ende führen.

Dass nicht immer alles so läuft, wie man's gerne hätte, zeigt Metzger Michael Schneider, dem alles zu entgleiten scheint. Er macht sich Sorgen um die Nachfolgeregelung seiner Metzgerei. Sein Sohn Mike entwickelt sich aber nicht so, wie er es gerne hätte. Vor allem, weil dieser im Alter von 30 Jahren noch immer nicht verheiratet ist und augenscheinlich auch keine Freundin hat. Andererseits meckert der Vater, weil der Sohnemann morgens nicht aus dem Bett kommt. Was er – und auch das Publikum – nicht weiss: Sein Sohn vergnügt sich nächtens in einer Bar mit der Bardame.…

Das war nur der Anfang. Die folgenden Szenen, die vorerst mehr Verwirrung als Klärung verursachten, erlebten die aufmerksamen Gäste hautnah – in drei Akten. Die Pausen taten gut, um sich anschliessend gut auf den nächsten Akt konzentrieren konnte.

Alltag wie zu Hause

Die Stimmung im Hause Schneider ist nicht gerade erbaulich. Nörgeleien, Vorwürfe und Sticheleien sind omnipräsent. Und genau mit derartigen Situationen wird das Publikum treffsicher genährt. Ein Wort gibt das andere. Daraus entstehen gewitzte Pointen, die der Erheiterung des Publikums dienen. Denn häufig erkennen sich die Zuschauer da und dort selber und wünschen sich die Schlagfertigkeit herbei, die ihnen von den Schauspielern auf hervorragende Weise präsentiert wird.

Eines wird in «Irrwäg im Alltag» offenbar: Der Autor und Regisseur dieser Komödie, This Vetsch aus Sevelen, stellt die Laienschauspieler vor eine grosse Herausforderung und somit auf den Prüfstand. Das Stück lebt eindeutig von den vielen Pointen, die das Vorgetragene leichtfüssig erscheinen lassen. Aber wehe, wenn einer der Darsteller ins Stottern kommt, dann ist es schon aus mit dem Witz. Überbrückungen durch Interpretationen würden bei diesem Bühnenstück meist in die Hosen gehen.

Der Auftritt der Heimatbühne Werdenberg in Grabs bot den Freunden der Volksbühne einen unterhaltsamen Abend – ohne spürbare Patzer, was das Publikum mit entsprechendem Applaus quittierte. Mit «Irrwäg im Alltag» hat This Vetsch, Autor und Regisseur, dem Volkstheater eine besondere Note verliehen, die beim Publikum und bei Volksbühnen gut ankommt. This Vetsch hat die Rechte für dieses Werk bereits an den bekannten Theaterverlag Breuninger, Aarau, überantwortet. Das Stück stösst auf Interesse. Bereits diese Woche wird «Irrwäg im Alltag» von der Theatergruppe Quartierverein Liho-V in der Aula Lindenhof Schulhaus in Will viermal – inklusive Nachmittagsauftritte – aufgeführt. Ebenso sind bereits etliche Theatergruppen – vor allem im Kanton Bern – am Üben für ihren Auftritt mit der ausgewählten Komödie von This Vetsch.

Die Heimatbühne Werdenberg tritt mit «Irrwäg im Alltag» noch zweimal – jeweils um 20 Uhr – auf: am 7. November in der MZH Bündt, Rüthi, und am 14. November in der MZH Pradarossa, Oberschan.