UNTERWASSER/NAPA VALLEY: Der Reben wegen in Übersee

Die junge Obertoggenburgerin Géraldine Roller erlernte den Beruf der Winzerin. Um Erfahrungen zu sammeln, absolviert sie derzeit ein achtmonatiges Praktikum auf einem Weingut in Kalifornien.

Corinne Hanselmann
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Die Winzerin Géraldine Roller absolviert ein Praktikum auf dem kalifornischen Weingut Cuvaison. (Bild: PD)

Die Winzerin Géraldine Roller absolviert ein Praktikum auf dem kalifornischen Weingut Cuvaison. (Bild: PD)

Corinne Hanselmann

corinne.hanselmann@wundo.ch

Eigentlich war es ein Zufall. Géraldine Roller wusste als Jugendliche lange nicht, was sie für einen Beruf lernen möchte. In vielen Bereichen habe sie geschnuppert, aber nirgends habe es «Klick» ­gemacht, erzählt sie. «An einer Berufsausstellung bin ich dann zufällig auf die Berufe Wein­technologin und Winzerin gestossen», erinnert sich die 21-Jährige. «Ich ging dann beide Berufe schnuppern und sie haben mich sofort in ihren Bann gezogen.» Das Thema Reben und Wein habe sie von Beginn weg fasziniert, denn es sei für sie völlig neu gewesen – das Toggenburg ist schliesslich nicht gerade als Weinregion bekannt.

Géraldine Roller entschied sich für den Beruf der Winzerin und fand eine Lehrstelle beim Weingut Schmidheiny in Heerbrugg und absolvierte dort die ersten zwei Lehrjahre. Für das dritte Lehrjahr wechselte sie ins Tessin zum Weingut Tenuta San Giorgio. Dort konnte sie nach dem Lehrabschluss im Sommer 2016 bis nach der Ernte im Herbst weiterarbeiten.

In der Zeit beim Weingut Schmidheiny bot man Géraldine Roller an, nach der Lehre ein Praktikum in Übersee zu machen. Die Familie Schmidheiny besitzt nämlich drei Weingüter in Au­stra­lien, Argentinien und Kalifornien. Diese Chance wollte sie sich nicht entgehen lassen. Da ihr Weine aus Kalifornien bei Degustationen gut schmeckten, interessierte sie sich sehr für die Herstellung dieser «Tropfen» und bemühte sich um eine Praktikumsstelle auf dem Weingut Cuvaison in der Weinbauregion Napa Valley. Im vergangenen November erhielt sie die Zusage. «Der nächste Schritt war, das Arbeitsvisum zu be­antragen. Das war ein sehr langer Prozess, begleitet von vielem ­Formulare-Ausfüllen.» Erst Ende März erhielt die Obertoggenburgerin das definitive Okay – zwei Wochen später sass sie bereits im Flugzeug.

«Ich bin sehr glücklich über meine Berufswahl»

Seither hilft sie bei verschiedensten Arbeiten auf Cuvaison mit und kann tolle Erfahrungen machen. «Ich werde sehr viel mitnehmen können aus diesem Praktikum», ist Géraldine Roller überzeugt. «Die Verbundenheit zur Natur und das Weinmachen sind eine wunderschöne, interessante Sache und die Heraus­forderung reizt mich. Ich bin nach wie vor sehr glücklich über meine Berufswahl.»

Noch bis im November befindet sich Géraldine Roller in Kalifornien. Der W&O konnte mit der jungen Winzerin per E-Mail ein Interview führen.7